Die Luft flimmert über der staubigen Piste, der Motor verstummt, irgendwo im Busch raschelt es. Sekunden vergehen. Plötzlich schiebt sich ein kleiner Rüssel ins Licht – vorsichtig, tastend. Ein Babyelefant! Fast unbemerkt folgen weitere Tiere, bis aus einzelnen Bewegungen eine ganze Herde wird. Sie ziehen ruhig vorbei, so nah, dass dass du ihr Atmen hörst. Genau das ist Botswana. Wer Elefanten liebt, sollte einmal im Leben hier gewesen sein.

Botswana gehört nicht ohne Grund zu den besten Safari-Destinationen weltweit. Mit rund 130’000 Tieren lebt hier die grösste Elefanten-Population Afrikas und fast ein Drittel des gesamten Bestands. Doch es ist nicht nur die Menge, sondern die Art der Begegnung: Botswana setzt konsequent auf nachhaltigen, exklusiven Tourismus mit wenigen Besucher:innen und riesigen Schutzgebieten. Das bedeutet: keine überfüllten Parks, keine Fahrzeugkolonnen, sondern echte Wildnis. Gleichzeitig gilt Botswana als eines der sichersten und stabilsten Länder im südlichen Afrika – ein entscheidender Faktor, gerade für Solo-Traveller:innen, die Afrika authentisch und dennoch entspannt erleben wollen.
Diese Orte in Botswana lohnen sich wirklich
Botswana lässt sich nur bedingt individuell bereisen. Viele Nationalparks sind nur mit 4×4 zugänglich. Am einfachsten erkundest du das Land mit einer organisierten Tour, etwa Overland-Safaris oder Kombinationen mit Namibia oder Südafrika. Ich selbst war 18 Tage mit G Adventures von Zimbabwe über Botswana bis Kapstadt unterwegs – eine stimmige Mischung aus Komfort, Abenteuer und Wildnis. Für Workations eignet sich Botswana nicht: WLAN ist selten und meist schwach. Folgende Orte haben wir auf unserer Reise besucht und kann ich dir weiterempfehlen:
Kosten & Vergleich: Safari in Botswana
- Mittelklasse: ca. CHF 1’500 – 4’000 für 7 bis 10 Tage
Overland-Safari, kleine Gruppen, einfache bis gute Unterkünfte (bei meiner Reise: 3–4 Sterne Hotels und 1 Nacht im Zelt) - Luxus-Safari: ab ca. CHF 6’000 – 10’000+ für 6 bis 10 Tage
exklusive Lodges, Fly-in Safaris, private Guides (z.B. mit dem Schweizer Safari-Guide Jonas Strahberger)
Kasane & Chobe Nationalpark: Elefanten, soweit das Auge reicht
Kasane bringt dich direkt in die Welt der Safaris. Im nahegelegenen Chobe Nationalpark triffst du auf eine der höchsten Elefantendichten Afrikas. Besonders eindrücklich: die Safaris auf dem Chobe-Fluss. Hier sammeln sich Elefanten, Flusspferde und Krokodile. Morgens lohnt sich ein Game Drive durch den Park, am Abend eine Bootstour im goldenen Licht – zwei völlig unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Wildnis. Ich empfehle zwei Tage.



Wo übernachten
Thebe River Lodge, ab ca. CHF 60.- im Doppelzimmer mit grosszügigen Frühstücksbuffet, WLAN nur bei der Rezeption und das Abendessen solltest du vorbestellen (ansonsten längere Wartezeit).
Mein persönlicher Chobe-Tipp
Nimm für die Bootstour eigene Getränke mit. Viele Anbieter verkaufen keine. Und Mückenspray ist hier kein „Nice-to-have“, sondern Pflicht.
Nata: Nächte mit Elefanten
Nata wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Die Umgebung ist trocken, weit und ruhig, doch nur rund 50 Minuten ausserhalb wartet ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst: die Elephant Sands Lodge. Hier sitzt du am Pool, trinkst deinen Sundowner und wenige Meter entfernt kommen Elefanten zum Wasserloch, um zu trinken. Vor allem am Abend wird es eindrücklich, wenn immer mehr Tiere auftauchen und die Stille durch leises Schnauben und Schritte durchbrochen wird. Nachts wirst du aus Sicherheitsgründen vom Personal zu deinem Zelt begleitet. Allein für dieses Erlebnis lohnt sich der Abstecher. Ich empfehle eine Nacht.



Wo übernachten
Elephant Sands Lodge, ab CHF 103.- im Doppelzimmer mit Frühstück und Abendessen, Glamping am Wasserloch, gutes WLAN bei der Bar.
Praktische Tipps für deine Safari in Botswana
- Beste Reisezeit für Elefanten: September bis Oktober (Ende Trockenzeit)
- Teleobjektiv: ideal sind 100-400 mm Zoom, so bleibst du flexibel und kannst Tiere auch aus Distanz nah heranholen
- Malaria: Risiko v. a. im Okavango-Delta und Norden, Prophylaxe je nach Route sinnvoll
- Adapter: Typ D, G oder M (am häufigsten Typ M, südafrikanischer Standard)
- Kleingeld in Botswana Pula (BWP): Unbedingt für Trinkgelder & kleine Shops
- Kleidung: Lange Kleider am Abend gegen Moskitos, Zwiebellook für Safaris (morgens kalt, später heiss). Farben: beige, khaki, braun. Keine grellen Farben, da diese Tiere aufschrecken und dich sichtbarer machen.
- Pro-Tipp: Wenn bei der Dusche kein warmes Wasser kommt: Wasserhahn zu dir ziehen, nicht drehen.
Maun: Das Tor ins Okavango Delta
Maun ist kein klassisches Highlight, sondern dein letzter Stopp vor der Wildnis. Hier erledigst du die wichtigsten Besorgungen, bevor es ins Okavango-Delta geht. Vieles ist dort nur eingeschränkt verfügbar. Gleichzeitig hast du hier nochmals stabiles WLAN und etwas Infrastruktur. Ich empfehle eine Nacht zur Vorbereitung.



Wo übernachten
Sedia Hotel Maun, ab ca. CHF 125.- im Doppelzimmer ohne Mahlzeiten, frisch renoviert, stabiles WLAN, ideal für eine kurze Pause mit etwas Komfort.
Mein persönlicher Maun-Tipp
Mall of Maun ist perfekt, um dich mit folgendem einzudecken: Bargeld in kleinen Scheinen für Trinkgelder, Mückenspray (mit DEET), Sonnencreme, Wasser, Snacks für unterwegs sowie einer Powerbank und einer Taschenlampe.
Okavango Delta: Safari neu gedacht
Das Okavango-Delta ist das grösste Binnendelta der Welt und eines der faszinierendsten Ökosysteme Afrikas. Seit 2014 zählt es zum UNESCO-Weltnaturerbe. Anders als in klassischen Safari-Gebieten bist du hier oft nicht im Jeep unterwegs, sondern im Mokoro, einem traditionellen Einbaumboot. Lautlos gleitest du durch schmale Wasserkanäle, vorbei an Seerosen, Vögeln, Nilpferden und mit etwas Glück auch an Elefanten am Ufer.



Abends sitzt du am Lagerfeuer, über dir ein klarer Sternenhimmel, um dich herum nichts als Weite und Stille. Besonders eindrücklich war für mich der Austausch mit lokalen Guides, die ihr Wissen über die Natur, Geschichten und traditionelle Tänze teilten und dir einen seltenen Einblick in ein Leben ermöglicht, das eng mit dieser Landschaft verbunden ist. Ich empfehle zwei bis drei Tage.


Unterkunft im Okavango-Delta
Einfaches Zeltcamp mitten in der Natur mit Tamong Tours & Safaris, kein WLAN, dafür echtes Bush-Feeling und kompletter Digital Detox.
Mein persönlicher Okavango-Tipp
Sei offen für die Begegnungen vor Ort und wundere dich nicht, wenn du abends am Lagerfeuer plötzlich Teil des traditionellen Programms wirst. Lern vielleicht auch gerade deine Nationalhymne auswendig. Du könntest sie am Lagerfeuer singen müssen, kein Witz.
Ghanzi: Kalahari & Kultur
Ghanzi liegt am Rand der Kalahari und ist bekannt für Begegnungen mit lokalen Communities und traditionellem Naturwissen. Die Kalahari ist eine trockene Savannenlandschaft mit erstaunlich viel Leben. Bei einem Bush Walk lernst du, Spuren zu lesen und die Umgebung besser zu verstehen. Ich empfehle ein bis zwei Tage.


Unterkunft in Ghanzi
Palm Afrique Lodge, ab CHF 74.- im Doppelzimmer, grosse Anlage mit Pool, weitläufiges Gelände und überraschend grosse Bar.
Welche Tiere kannst du in Botswana sehen?
Botswana zählt zu den tierreichsten Ländern Afrikas, über ein Drittel der Landesfläche steht unter Schutz. Tiere bewegen sich frei durch die Landschaften: Elefanten überqueren Strassen, Flusspferde prägen die Wasserwege, Raubtiere folgen ihren eigenen Routen. Du bist hier nicht Zuschauer:in, sondern Teil eines funktionierenden Ökosystems. Begegnungen entstehen im Rhythmus der Natur – oft leise, manchmal überraschend nah. Nach dieser Erfahrung ist für mich ein Zoobesuch kaum mehr vorstellbar.



- Elefanten (extrem häufig)
- Antilopen (sehr häufig)
- Zebras (sehr häufig)
- Giraffen (häufig)
- Flusspferde (häufig)
- Krokodile (häufig)
- Vogelarten (zahlreich)
- Büffel (möglich)
- Hyänen (gelegentlich)
- Löwen (selten)
- Leoparden (sehr selten)
- African Wild Dogs (extrem selten)
Ich habe den Grossteil dieser Tiere tatsächlich gesehen: von Elefanten über Giraffen bis zu Flusspferden. Raubtiere hingegen leider keine. Aber genau das zeigt auch: Jede Safari ist anders und nicht planbar.
Gut zu wissen: von interessant bis skurril
- Einreise mit Geduld: Botswana hat eines der strengsten Einreiseprozedere, mit mehreren Kontrollen, zusätzlicher Befragung zu Reiseroute und Aufenthaltsdauer sowie Desinfektion der Hände.
- Elefanten-Fakten für deinen Besuch im Elefantenparadies: Sie fressen bis zu 300 kg pro Tag, ihr Kot wird lokal als Hausmittel gegen Nasenbluten verwendet und Ihr Rüssel hat über 40’000 Muskeln (mehr als dein ganzer Körper).
- Schuhe waschen – aber warum? Beim Reisen zwischen Regionen musst du häufig deine gesamten Schuhe desinfizieren. Der Grund: Schutz vor Tierseuchen wie der Maul- und Klauenseuche, die über Böden übertragen werden kann.
- Abgeschiedenheit als Konzept: Viele Regionen sind absichtlich schwer zugänglich. Genau das macht die Erlebnisse so ursprünglich.



