Während die Schweiz bei Minustemperaturen fröstelt, flüchte ich in den Sommer. Dafür musste ich mich nur 22 Stunden in einen Airbus setzen und einmal die halbe Welt umrunden. Diese Strapazen würde ich für 1 Monat Roadtrip an der Ostküste von Australien im Januar jederzeit wieder in Kauf nehmen. Hier teile ich meine Erfahrungen auf 3.600 km Autofahrt: Orte, die ich jederzeit wieder besuchen würde, solche, die ich eher auslassen würde – und Strecken, auf denen man vielleicht etwas zu lange im Auto sitzt.
1. Stopp: Sydney
Zum Start unseres Roadtrips holen wir unser Auto für die nächsten vier Wochen direkt am Flughafen ab und manövrieren den überdimensional grossen Offroader erst einmal durch die Stadt. Achtung: In Australien herrscht Linksverkehr und das Steuer ist auf der „falschen“ Seite – eine kleine Umstellung gleich zu Beginn.
Auch wenn wir Neujahr komplett verschlafen, weil der Jetlag einfach zu extrem ist, hat das immerhin etwas Positives: Am Morgen des 1. Januar sind wir fast allein bei den typischen Sehenswürdigkeiten unterwegs.
In der Stadt empfiehlt es sich ausserdem, das gut ausgebaute Busnetz zu nutzen. Für die perfekte Aussicht auf das Opernhaus nimmt man am besten einfach die Fähre vom Circular Quay – zum Beispiel Richtung Taronga Zoo oder nach Manly. Wer die Sonne geniessen möchte, während es in der Stadt bewölkt ist, findet sie meist am Bondi Beach.


Must-See: Opernhaus, Bondi & Bondi Beach, Taronga Zoo, Bondi to Bronte Coastal Walk, Mainly Beach
Restaurant-Tipp: The Meat & Wine Co, Bare Naked Bowls Bondi Beach, Osteria Riva, Wagyuto Clovelly
Hotel-Tipp: lyf Boni Junction Sydney
Mein Fazit zu Sydney:
Sydney eignet sich perfekt, um den Ostküsten-Roadtrip zu starten und in den australischen Lebensstil zu kommen. Eine Unterkunft in Bondi Junction empfiehlt sich für jeden, der am liebsten irgendwo zwischen Strand und Stadt ist oder sich nicht entscheiden kann.
2. Stopp: Port Stephens, Salamander Bay
Bereits bei unserer Ankunft in unserem Bungalow im Horizons Golf Resort hüpfen uns direkt wilde Kängurus entgegen. Spätestens als wir am Birubi Beach Delfine beobachten, die fröhlich aus den Wellen springen und die Surfer zu unterhalten scheinen, wird uns bewusst, in welchem Tierparadies wir hier gelandet sind.
Sobald man nämlich die Grossstadt Sydney hinter sich lässt, begegnet man den wilden Tieren hier am laufenden Band – bisher zum Glück noch ohne Spinnen oder Schlangen. Port Stephens scheint vor allem bei australischen Urlaubern beliebt zu sein, was es umso besonderer macht, da es nicht viele Touristen hat und man die Natur für sich alleine geniessen kann.


Must-See: Tomaree Mountain, Zenith Beach, Birubi Beach, Sand Dunes Anna Bay
Restaurant-Tipps: Restaurant 2317, Crest Birubi Beach,
Mein Fazit zu Port Stephens:
Süsse Gegend zum Abschalten, Golfen und wandern. Zwei Nächte reichen aus.
3. Stopp: Port Macquaire
Nur zwei Stunden von Port Stephens entfernt liegt Port Macquarie. Nach all den Schildern, die vor Koalas aus der Strasse warnen, wollen wir diese Tiere nun endlich auch in Echt sehen. Deshalb spazieren wir durch das Sea Acres Rainforest Centre. Dass wir dort ausgerechnet einer der giftigsten Schlangen der Region begegnen würden, hätten wir allerdings nicht erwartet. Die Koalas müssen wohl noch etwas warten. Die Küstenwanderung führt ebenfalls durch sattes Grün – und zwingt uns, wachsam den riesigen Spinnennetzen auszuweichen.


Must-See: Sea Acres Rainforest Centre, Hydro Golf, North Shore Beach
Restaurants-Tipps: The Rainforest Cafe, Little Shack, Blue Whale Asian Eatery,
Mein Fazit zu Port Macquaire:
Für uns ist Port Macquarie ein perfekter Zwischenstopp mit riesigen Stränden zum Entspannen, bevor es weiter ins lebendigere Byron Bay geht. Wer zeitlich begrenzt ist, kann Port Macquaire auch auslassen und direkt nach Byron Bay weiter fahren.
4. Stopp: Byron Bay
Wer bei Australien an eine Mischung aus Surfparadies, Naturidylle und entspannten Dorf-Vibes denkt, ist in Byron Bay genau richtig. Das beliebte Städtchen, das auch für viele Workation-Touristen als Hub dient, bietet alles, was man für ein paar relaxed Australian Days braucht.
Wir schlendern durch die unzähligen Boutiquen, shoppen ein bisschen und geniessen einen Avocado-Toast nach dem anderen in den vielen kleinen Cafés. Das absolute Highlight soll der Sonnenaufgang am Leuchtturm sein. Leider schaffen wir es nicht ganz so früh aus den Federn – aber auch am Nachmittag ist die Aussicht noch immer atemberaubend schön.


Must-See: Cape Byron Lighthouse, Cape Byron Walking Track Shopping an der Jonson Street, Surfen am Byron oder Belongil Beach
Restaurant-Tipps: The Pass Cafe, Bayleaf Cafe, Fishheads Restaurant, Main Street Burger Bar
Mein Fazit zu Byron Bay:
Ein Surfer-Mekka gemischt mit Dorf-Vibes, in dem man gerne länger verweilen würde.
5. Stopp: Gold Coast – Surfers Paradise
Bereits vom Highway aus erkennt man in der Ferne die Hochhäuser, die überraschend hinter den Wäldern auftauchen. Die Gold Coast fühlt sich an, als wäre man plötzlich in einem ganz anderen Land. Der Partyort erinnert mich ein wenig an Miami Beach oder sogar an Benidorm: laut, bunt und voller Energie. Wer Action sucht, wird hier definitiv fündig.
Im 47. Stock eines Hochhauses komme ich aus dem Staunen über die Aussicht kaum noch heraus. Dass ich nur wenige Tage später aus einem fliegenden Flugzeug springen würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, aber trotzdem Spass haben will, kann einen der vielen Freizeitparks in der Umgebung besuchen oder mit dem Jetski über das Wasser und durch die zahlreichen Kanäle düsen.


Must-See: Skydive Gold Coast, Freizeitparks, Sky Point Observation Deck
Restaurant-Tipp: La Calabrese, Chiangmai Thai, Stairwell Cofee, Lot 1 Coffee, Olive Coffee
Mein Fazit zur Gold Coast:
Ein Partyort mit Grossstadtfeeling am Meer. Vier Tage waren mir zu lang aber wer gerne feiern geht und Freizeitparks mag, ist hier gut aufgehoben. Empfehlung: Unbedingt ein Apartment in einem Hochhaus mit Aussicht nehmen!
6. Stopp: Brisbane
Nach stundenlangem Ausschauhalten am Strassenrand nach wilden Koalas besuchen wir schliesslich das Lone Pine Koala Sanctuary – und sehen sie dort endlich. Die süssen Tiere werden hier unter anderem vor Waldbränden gerettet, gepflegt und wieder aufgepäppelt.
Nicht weit entfernt liegt Brisbane. In dieser lebendigen Studentenstadt könnte ich mir tatsächlich gut vorstellen zu leben. Vom neuen Star Grand Hotel führt sogar eine eigene Brücke direkt auf die andere Seite des Flusses, wo sich der Streets Beach befindet: ein künstlicher Strand mit Sand, der der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich ist. So lässt sich mitten in der Stadt echtes Strandfeeling geniessen.


Must-See: Kangaroo Point, Streets Beach, Eat Street Norhtshore, Lone Pine Koala Sanctuary
Restaurant-Tipp: Black Hide Queen’s Wharf, Sky Deck des Star Grand, Bornga Korean BBQ
Hotel-Tipp: The Star Grand
Mein Fazit zu Brisbane:
Eine coole Studentenstadt mit künstlichem Strand mitten in der Stadt. Hier lässt es sich leben.
7. Stopp: K’gari (früher Fraser Island)
Mit einem 4×4 ausgerüstet erreicht man K’gari, die grösste Sandinsel der Welt, nur per Fähre. Im Nationalpark gibt es keine richtigen Strassen – stattdessen fährt man über Einbahn-Pisten durch tiefen Sand oder direkt am Strand entlang. Wir bereiten uns gut darauf vor und lassen bei den Reifen schon einmal etwas Luft ab, um ja nicht stecken zu bleiben. Hotels gibt es auf der ganzen Insel nur drei, die meisten Selbstfahrer campen. Dabei sollte man allerdings vorsichtig sein, denn wilde Dingos sind hier keine Seltenheit.
Die Sandinsel bedeutet Abenteuer pur und ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer sich das Offroad-Fahren nicht zutraut, kann alternativ auch eine geführte Tour buchen.


Must-See: Lake McKenzie, S.S. Maheno Shipwreck, Eli Creek, 75 Mile Beach
Hotel-Tipp: Kingfisher Bay Resort
Mein Fazit zu K’gari:
Die Abenteuertage auf der Strandinsel sind definitiv das Highlight unserer Reise. Wer Selbstfahrer ist (nur mit 4×4 Autos möglich), sollte sich im Vorhinein ausgiebig informieren.
8. Stopp: Kinka Beach
Da die Strecke von K’gari bis nach Airlie Beach viel zu lang wäre, teilen wir die Route in zwei Tagesetappen auf. Einen Zwischenstopp legen wir in einem süssen Motel in Kinka Beach ein. Baden ist hier leider keine Option, denn das Wasser ist voller Quallen.
Wir merken deutlich, wie wir immer weiter in tropischere Regionen im Norden Australiens vordringen. Das idyllische Dörfchen gefällt uns überraschend gut – und es fühlt sich an, als würden wir einen kleinen Blick in den nicht-touristischen Alltag der Australier werfen.


Mein Fazit zu Kinka Beach:
Ein guter Zwischenstopp und um zu sehen, wie das untouristische Australien lebt. Eine Nacht als Stopover hat mir gereicht.
9. Stopp: Airlie Beach
Nach sechs Stunden Autofahrt erreichen wir Airlie Beach – das sogenannte Herz des Great Barrier Reefs und Ausgangspunkt zu den Whitsunday Islands. Der Küstenort, der mit Yachten und Booten protzt, dient als zentraler Hub für Tagesausflüge und mehrtägige Segeltörns zu den umliegenden Inseln.
Wir unternehmen eine Tagestour zum Whitehaven Beach und sind sehr froh, dass wir auf dem Schnellboot bereits vorsorglich unsere Tabletten gegen Übelkeit genommen haben. Das absolute Highlight ist der Hill Inlet Lookout, der einen perfekten Blick auf die türkisfarbene Bucht bietet.
Baden ist hier nur im schwarzen Ganzkörper-„Kondom“ erlaubt, da sich auch in diesen Gewässern Quallen tummeln. Leider fällt das Schnorcheln am Great Barrier Reef wegen des starken Windes aus – für die empfindliche Natur, die hier unbedingt geschützt werden muss, ist das vielleicht sogar das Beste.


Must-See: Whiteheaven Beach, Hill Inlet Lookout, Schnorcheln
Restaurants-Tipp: One Tree Hill, LA Tabella, Rufus & Co. Cafe
Mein Fazit zu Airlie Beach:
Airlie Beach an sich bietet nicht sehr viel, dient aber als Hub für Ausflüge oder Segelturns zu den Whitsunday Islands.
10. Stopp: Port Douglas
Die Strecke von Airlie Beach bis Port Douglas ist nicht zu unterschätzen. Wir sind ganze 8,5 Stunden unterwegs und halten nur an Tankstellen, um nicht plötzlich irgendwo im Nirgendwo liegen zu bleiben. Ein zusätzlicher Zwischenstopp wäre definitiv sinnvoll gewesen, um die Route etwas aufzubrechen.
Der endgültige Beweis, dass wir nun im tropischen Norden angekommen sind, begegnet uns an einem Parkplatz direkt am Flussufer: Plötzlich entdecken wir riesige Krokodile im Wasser unter uns.
Nördlich von Cairns liegt der Ferienort Port Douglas, der für mich zu den absoluten Highlights der Reise zählt. Nach den langen Autofahrten der letzten Tage freue ich mich, endlich unter Palmen und Sonnenschein – trotz Regensaison – ein wenig entspannen zu können. Der einzige Nachteil auch hier: Baden im Meer ist so gut wie unmöglich. Quallen, Krokodile, Haie und andere Tiere tummeln sich in diesen Gewässern, und auch die Strömung ist nicht zu unterschätzen. Wer sich dennoch ins Wasser wagt, sollte dies nur in abgesperrten Bereichen tun.


Must-See: Crocodile-Viewpoint
Restaurant-Tipp: The Little Red Kitchen, N17 Burger
Hotel-Tipp: Sheraton Grand Mirage Resort
Mein Fazit zu Port Douglas:
Tropisches Küstenstädtchen mit vielen grossen Hotelanlagen direkt am Meer. Auch wenn man im Winter nicht baden kann, ist es eine gute Alternative zu Cairns für alle, die ein paar Tage tropische Strandferien machen und am Crocodile-Viewpoint nach den Tieren Ausschau halten möchten.



