K’gari – früher bekannt als Fraser Island – ist einer dieser Orte in Australien, die sich anfühlen, als wäre man mitten in ein Abenteuerbuch geraten. Die Insel liegt vor der Küste Queenslands und ist mit über 120 Kilometern Länge die grösste Sandinsel der Welt. Endlose Sandpisten statt Strassen, glasklare Süsswasserseen mitten im Regenwald und wilde Dingos, die einem plötzlich am Strand begegnen – die Insel wird nicht um sonst in der Sprache der in der Sprache der Butchulla (ein Stamm der Aborigines) „Paradies“ genannt und ist somit ein echtes Highlight einer Reise an Australiens Ostküste.
In diesem Artikel teile ich meine wichtigsten Tipps zur Planung und zeige dir die schönsten Must-Sees, die du auf K’gari auf keinen Fall verpassen solltest.

Tipps für K’gari als Selbstfahrer
K’gari auf eigene Faust mit dem Auto zu erkunden, ist für viele das absolute Highlight – und auch die beste Möglichkeit, die Insel wirklich flexibel zu erleben. Da es auf K’gari keine befestigten Strassen gibt, bist du ausschliesslich auf Sandpisten und am Strand unterwegs. Ein geländetauglicher 4×4 (4WD) ist deshalb zwingend notwendig, denn normale Fahrzeuge haben hier keine Chance. Ohne Allrad bekommst du nichtmal ein Ticket für die Fahrzeug-Überfahrt mit der Fähre.
Die Fähre solltest du übrigens unbedingt im Voraus buchen, besonders in der Hauptsaison, da die Plätze begrenzt sind. Zusätzlich benötigst du ein Fahrzeug-Permit für die Insel. Tanken solltest du zudem auf dem Festland, da es auf K’gari extrem teuer ist und auch nur wenig Möglichkeiten dazu gibt.
Vor Ort heisst es dann: Reifendruck senken, Gezeiten beachten und mit Respekt durch den Sand fahren.Wer keinen Luftdruckmesser dabei hat kann den Reifendruck einfach im Kingfisher Bay Resort bei der Tankstelle absenken. Dies ist zwingend notwendig, um besser durch den weichen Untergrund zu kommen. Viele Strecken verlaufen direkt am Strand, weshalb die Tide eine wichtige Rolle spielt. Mit etwas Vorbereitung ist das Fahren jedoch gut machbar.



Auf K’gari gelten diese Regeln
Wer dann bereit zum losfahren ist, sollte vorsichtig fahren, denn alle Strassen sind einspurige Sandstrassen (ausser am 75 Mile Beach). Wenn ein Auto entgegen kommt, kann man immer mal wieder in Einbuchtungen im Wald ausweichen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Insel sind 30-35 km/h auf den Sandstrassen quer über die Insel und 80 km/h am 75 Mile Beach.
Auch wenn man es vielleicht nicht erwartet: Auf K’gari ist die Polizei regelmässig unterwegs und führt Kontrollen durch. Gerade weil viele die Sandpisten als „freie Zone“ wahrnehmen, werden immer wieder Stichproben gemacht – auch Alkoholtests. Ich selbst musste während meines Aufenthalts pusten. Denn auch auf Sandstrassen gelten die ganz normalen Verkehrsregeln Australiens. Wer mit dem 4WD unterwegs ist, sollte daher konsequent auf Alkohol verzichten – selbst wenn weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen ist. In Australien liegt die gesetzliche Grenze bei 0,05 % Blutalkoholkonzentration, und Verstösse werden streng geahndet.
Tipp
Kläre unbedingt im Voraus bei der Autovermietung ab, ob die Versicherung auch Schäden beim Offroaden abdeckt und ob man mit dem Mietwagen auf K’gari gehen darf. Bei uns war es kein Problem, wir haben aber von anderen Automietern gehört, dass sie am Ende Probleme hatten, da Sand ins Getriebe kam und die Versicherung diesen Schaden nicht übernehmen wollte.



Campen oder Hotels
Bei der Unterkunft hast du auf K’gari die Wahl zwischen zwei komfortablen Resorts und dem klassischen Camping-Abenteuer – je nachdem, wie du die Insel erleben möchtest.
Das Kingfisher Bay Resort liegt an der Westküste von K’gari direkt am ruhigen Ufer der Great Sandy Strait. Von hier aus hat man einen tollen Ausgangspunkt für Wanderungen, Bootsausflüge oder geführte Touren über die Insel. Das Resort liegt direkt an der Anlegestelle der Fähre von River Heads und eignet sich ideal für diejenigen, die gemütlich ankommen wollen und ihr Auto erst auf der Insel für das Offroad-Abenteuer vorbereiten möchten.
Auf der Ostseite der Insel, direkt am berühmten 75 Mile Beach, liegt das K’gari Beach Resort (früher Eurong Beach Resort), im Ort Eurong. Die Lage für die beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist ideal, jedoch muss bei der Ankunft mit der Fähren noch ein ziemliches Stück gefahren werden, bevor man das Resort erreicht. Gerade für diejenigen, die zuerst gemütlich ankommen wollen, eignet sich das weniger.

Für viele gehört aber vor allem das Camping zum echten K’gari-Feeling dazu. Es gibt 45 Camping-Areas mitten in der Natur, oft ganz in Strandnähe oder im Inselinneren. Wichtig: Camping ist nur mit vorheriger Buchung und Permit erlaubt, und man sollte sich gut vorbereiten, da die Infrastruktur begrenzt ist.
Egal ob Resort, oder Zelt – früh planen lohnt sich, denn Unterkünfte und Campingplätze sind besonders in der Hochsaison schnell ausgebucht.
Must-Sees auf K’gari
Zu den absoluten Highlights gehört der Lake McKenzie (Boorangoora) mit seinem weissen Sand und dem kristallklaren, türkisfarbenen Süsswasser. Einer der schönsten Seen Australiens und perfekt für eine erfrischende Pause. Wer Glück hat, entdeckt sogar Schildkröten im Wasser.
Wer noch tiefer in die Natur eintauchen möchte, sollte ausserdem einen Abstecher zum Lake Wabby machen, wo eine riesige Sanddüne direkt auf einen dunkelgrünen See trifft. Hier ist jedoch die Wanderung vom 75 Mile Beach bis zum See nicht zu unterschätzen (ca. 30-40 Minuten pro Weg).



Ebenfalls beeindruckend ist der 75 Mile Beach, der nicht nur als Strand, sondern gleichzeitig als Hauptstrasse und Landebahn dient. Hier reihen sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten aneinander: das rostige Schiffswrack der Maheno, die farbigen Sandformationen der Pinnacles und der natürliche Felsenpool Champagne Pools, in dem die Wellen wie prickelnder Champagner über die Steine sprudeln.
Ein weiteres Highlight ist der Eli Creek, ein glasklarer Süsswasserbach, in dem du dich entspannt treiben lassen kannst – ein kleines Natur-Lazy-River mitten am Strand. Wichtig: Gummi-Schwimmring nicht vergessen!

Vorbereitung und Vorsichtsmassnahmen
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für einen sicheren und entspannten Aufenthalt auf der Sandinsel. Bevor du auf die Insel fährst, benötigst du eine Nationalpark-Bewilligung (Vehicle Access Permit), wenn du mit dem eigenen 4WD unterwegs bist. Auch Camping ist nur mit gültigem Permit erlaubt. Kümmere dich am besten rechtzeitig online darum.
Die Anreise erfolgt mit der Fähre – entweder von Inskip Point (bei Rainbow Beach) zur Nordspitze der Insel oder von River Heads (bei Hervey Bay) an die Westküste zum Kingfisher Bay Resort. Je nach Route und Unterkunft lohnt es sich, die passende Verbindung im Voraus zu planen und zu buchen.
Auf der Insel selbst solltest du einige Sicherheitsregeln ernst nehmen: Dingos leben hier frei in der Natur. So niedlich sie wirken – es sind Wildtiere. Halte Abstand, füttere sie niemals und bewahre Essen immer sicher und verschlossen auf. In den Resorts gibt es Dingo-free-Zones. Dennoch wird geraten, einen Stock mitzunehmen, wenn du ausserhalb der Zonen aus dem Auto aussteigst.
Ganz besonders wichtig ist es, Flut und Ebbe nicht zu unterschätzen. Viele Strecken führen direkt am Strand entlang, und bei auflaufender Flut kann es schnell eng werden. Informiere dich täglich über die Gezeitenzeiten und plane deine Fahrten entsprechend. Ausserdem gilt: Nicht im Meer schwimmen! Die Gewässer rund um K’gari sind bekannt für starke Strömungen, hohe Wellen und Meereslebewesen wie Haie oder Quallen. Nutze stattdessen die sicheren Süsswasserseen wie Lake McKenzie oder die Champagne Pools.




