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In einem ehemaligen Gefängnis zu übernachten und dabei Champagner zu trinken, Designerlampen zu bestaunen oder auf historische Skylines zu blicken, gehört zu den paradoxesten Formen zeitgenössischen Luxusreisens. Orte, die einst Abschottung bedeuteten, werden heute zu Bühnen für Erfahrung, Geschichte und bewusste Entschleunigung. Gefängnishotels erzählen nicht nur von Architektur, sondern von einem Perspektivwechsel: Freiheit wirkt intensiver, wenn sie einst verwehrt war.

Welcome-Drink statt Wachposten in Boston

Im The Liberty Hotel schläft man unter der monumentalen Rotunde des ehemaligen Charles Street Jail. Wo früher Wachtposten patrouillierten, führen heute Stege zur Lobby-Bar. Man hört Stimmen hallen statt Schlüssel klirren. Luxus zeigt sich hier grosszügig, fast theatralisch.

Vom Schlossgefängnis zum Stadthotel

Ähnlich spielerisch ist Malmaison Oxford, wo das ehemalige Oxford Castle Prison zu einem stilvollen Stadthotel geworden ist. Zellentüren bleiben sichtbar, doch dahinter warten Designbäder, weiche Stoffe und britischer Humor – Haft als ironisches Erlebnis.

Goldene Handschellen in Istanbul

In Istanbul steht das Four Seasons Hotel Istanbul at Sultanahmet an der Stelle der osmanischen Tevkifhane. Der einstige Ort politischer Gefangenschaft öffnet sich heute zu stillen Innenhöfen mit Blick auf Hagia Sophia und Blaue Moschee. Geschichte bleibt präsent, wird aber von Licht, Marmor und Gärten sanft überlagert.

Intime Geschichtslektion in Berlin

Das Wilmina in Charlottenburg wirkt beinahe zurückgezogen. Das ehemalige Frauengefängnis hat seine Strenge gegen Gärten, Spa und ruhige Eleganz eingetauscht. Mauern stehen noch, doch sie umarmen statt einzugrenzen.

Das berüchtigte Gefängnis in Turku

Hoch über Turku thront das Hotel Kakola, einst Finnlands berüchtigtes Gefängnis. Wo Häftlinge Granit bearbeiteten, herrschen heute nordische Klarheit, finnische Küche und ein weiter Blick über Stadt und Schärenmeer.

Verspielte Unfreiheit in Luzern

Das Barabas Hotel bleibt bewusst nah an der Zelle. Schmale Fenster, Gitter und nummerierte Türen sind Teil des Konzepts – ergänzt durch Komfort, Witz und Altstadtlage. Freiheit beginnt hier direkt vor der Tür.

Wie im Krimi: Roermond

Im niederländischen Roermond verwandelt Het Arresthuis mehrere Zellen zu grosszügigen Suiten. Schwere Türen, lange Korridore und Designkontraste erzeugen das Gefühl, Teil eines stilisierten Kriminalromans zu sein.

Zen hinter Mauern: HOSHINOYA Nara Prison

Mit HOSHINOYA Nara Prison erhält das Genre eine neue, stille Dimension. Erstmals wurde in Japan ein historisches Gefängnis in ein Luxushotel verwandelt – ohne Ironie, ohne theatrale Effekte. Das 1908 in der Meiji-Zeit errichtete Nara Prison wird von Hoshino Resorts als Teil der HOSHINOYA-Kollektion neu interpretiert. Backsteinmauern, Trakte und Innenhöfe bleiben bewusst spürbar, während Tatami, warmes Holz und japanische Raumlogik Ruhe schaffen.

Check-out mit Blick auf Mauern und Horizonte

Ob man hinter Zellentüren, auf dem Gefängnishügel oder in Innenhöfen auscheckt: Man verlässt Orte, die einst Freiheit beschränkten und heute Neugier öffnen. Zwischen Lobby-Jazz, Zellentüren und Tempelglocken wird dir klar: Luxus kann vieles sein – Pool, Spa, Butler. Doch nirgendwo wird er so spürbar wie an Orten, an denen Freiheit einst das Kostbarste überhaupt war.

Die ehemaligen Gefängnisblöcke von Oxford wurden luxuriös neu interpretiert.
Stephan Lendi

Stephan liebt Menschen – und ihre Geschichten. Seine Leidenschaft für Sprache und Reisen verbindet er für mycation auf ganz eigene Weise: Er hört zu, fragt nach – und nimmt dich mit auf die Reise hinter die Kulissen.

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