Südafrika ist mit einer Fläche von 1’221’037 km² 30 Mal grösser als die Schweiz. Ich bin 14 Tage durch das Land gereist und habe versucht, die Küste von Kapstadt, die Big Five und einen Teil der Drakensberge zu sehen. Wie ich es geschafft habe, möglichst viele Ecken des Landes in wenig Zeit zu sehen, erfährst du anhand dieser Reiseplanung. Aber mir ist nach 14 Tagen auch klar: Zwei Wochen Ferien reichen nicht aus, um das Land zu bereisen.

Tag 1 bis 3: Drakensberge
Die Drakensberge erstrecken sich über 1000 Kilometer entlang der Grenze zum Nachbarland Lesotho. Die steilen, abfallenden Wände des Canyons kreieren Schluchten mit Wasserfällen und Seen. Sie verbinden das Hoch- mit dem Tiefland. Dramatische Felsformationen schaffen eine einzigartige Atmosphäre und eignen sich für Wanderungen und Spaziergänge, umgeben von der grünen Natur.


Unterkünfte findet man unter anderem rund um Graskop. So hat man eine gute Ausgangslage, um tagsüber Ausflüge zu machen. Das Highlight der Region: Die Panorama-Route führt entlang zahlreicher Naturspektakel und ist die wohl schönste Strasse für Roadtrip-Fans die zeigt, wie grün Afrika sein kann.

Ein Highlight entlang der Strecke ist God’s Window, mit einer Aussicht über das Lowveld, die subtropische Tiefebene, sowie den Blyde River Canyon. Die Bourke’s Luck Potholes sind eine der teuersten Attraktionen in der Region. Hier gibt es ausgebaute Wege rund um das Flussbett sowie das einzigartige Flussbecken. Dementsprechend ist auch viel los. Wer lieber weniger touristische Orte besucht, ist hier fehl am Platz.




Deutlich weniger besucht ist der Lisbon Fall, ein 92 Meter hoher Wasserfall. Besonders am Morgen, wenn es noch neblig ist, entsteht hier eine mystische Stimmung. Die Three Rondawels sind ein Must-do für alle, die in der Region unterwegs sind. Auch hier ist ziemlich viel los, die Aussicht lohnt sich aber und die Massen verteilen sich gut über den Platz hinweg. Von hier blickt man auf die drei einzigartigen Felsen und steht 700 Meter über der Landschaft, die sich ins Unendliche erstreckt.
The Pinnacle Rock ist ein Felsen im Grünen, der fast schon wie ein Turm in der Landschaft steht. Um den Basaltfelsen herum wächst satter subtropischer Wald. Der Spot wird auf der Panorama Route oft übersehen, dabei ist es eine der ruhigen, schöneren Ecken.



Tag 4 bis 9: Krüger Nationalpark





Für mich hat die Safari im Krüger Nationalpark jede Erwartung übertroffen. Das liegt aber in erster Linie daran, dass ich keine Erwartungen hatte. Wenn es um Tieraktivitäten geht, habe ich persönlich immer gemischte Gefühle. Doch mein Erlebnis im Nationalpark war absolut fantastisch und am liebsten hätte ich noch mehr Tage im Krüger verbracht. Wer auf Safari geht, macht oft den Fehler, zu wenig Zeit einzuplanen. Nationalparks sind kein Zoo, man fährt zum Teil stundenlang und begegnet keinem einzigen Tier. Wenn du um jeden Preis Tiere sehen willst, schau besser eine Naturdokumentation an.

Wir haben sowohl einen Game Drive in Sabi Sands, einem privaten Reservat, gebucht, als auch vier Tage im Krüger auf eigene Faust nach Tieren gesucht. Beides ist eine grosse Empfehlung. Bei geführten Game Drives erlebt man die Wildnis offroad, hat Guides dabei, die einem alles erklären und die genauestens wissen, auf welche Spuren man achten soll. Aber es kann auch passieren, dass man plötzlich Elefantekacke in die Hand gedrückt bekommt (ist nicht so eklig, besteht ja hauptsächlich aus Gras). In den Reservaten darf man nicht selber ans Steuer und die Natur ist so belassen, wie die Wildnis sie schafft.



Im Krüger ist es erlaubt, selbst am Steuer zu sitzen. Wenn man selbst fährt, bestimmt man das Tempo und kann auch geduldig sein. Man kann auch eine Herde Impalas (die es dort wie Sand am Meer gibt) in Ruhe betrachten. In meinem Fall führte die Naturbeobachtung dazu, dass ich eine Leopardenfamilie im Baum gespottet habe. Seitdem halte ich mich übrigens für eine Safari-Expertin und Wildflüsterin. Wir haben im Krüger-Nationalpark in den Camps übernachtet. Die sind nicht wahnsinnig schön, aber haben eine Dusche und Klimaanlage, was schon recht viel Komfort ist. Es gibt auch ein paar Luxus-Lodges im Krüger als Alternative. Für uns war es aber lediglich ein Ort zum Schlafen. Um 4.30 Uhr am Morgen öffnen sich die Tore und diejenigen, die im Nationalpark übernachten, dürfen damit eine Stunde früher losfahren, um Tiere zu suchen.
Irgendwann stellt sich unweigerlich die Frage, ob man die Big Five gesehen hat. Die Big Five bestehen aus Wasserbüffeln, Nashörnern, Elefanten, Löwen und Leoparden. Meine Antwort lautet: ja. Geduld war allerdings Voraussetzung – vier Tage lang.





Tag 9 bis 12: Kapstadt und Umgebung
Put on your Dancing Shoes, Cape Town welcomes you! Wenn das Flugzeug den Landeflug in Richtung der südlichsten Hauptstädte Südafrikas (insgesamt gibt es drei) antritt, merkt man bereits: Kapstadt ist riesig und erstreckt sich gefühlt ins Unendliche. Und trotzdem ist das wahre Highlight nicht die City selbst, sondern die Umgebung. Wie ich vier Tage in Kapstadt und in der Umgebung verbringen würde, liest du hier.

Der Tafelberg und die Aussicht
Wer in Kapstadt ist, muss auf den Tafelberg. Dazu eignet sich die drehende Cable Car, die dich direkt oben absetzt und dir spektakuläre Aussichten schenkt. Es gibt auch Wanderwege nach oben, allerdings wird davon abgeraten, selbst loszuziehen. Denn auf dem Weg kam es schon zu Überfällen und Entführungen. Oben angekommen hat man die Wahl zwischen City View mit Meer und Sandbänken oder mit dramatischer Natur und Klippen, die ins Wasser ragen. Am schönsten ist die Stimmung hier oben zur goldenen Stunde. Dann sind aber auch die meisten Menschen hier.




Kapstadt: Diese Viertel lohnen sich
Auch in der Innenstadt gibt es einige Highlights, die einen Besuch lohnenswert machen, vor allem, wenn man ein paar schöne Souvenirs sucht (und ich rede nicht von Magneten). Wer nach handgemachten Produkten und lokalem Design sucht, wird im Watershed an der V&A Waterfront fündig. Die ehemalige Industriehalle beherbergt zahlreiche kleine Labels und Designer aus Südafrika, die Schmuck, Keramik, Mode, Kunst und Interior verkaufen. Auch lokale Kleiderbrands bieten hochwertige Produkte.
Abseits der Waterfront lohnt sich ein Abstecher in den Stadtteil Observatory. Rund um die Lower Main Road finden sich richtig gute Second-Hand-Läden, Vintage-Stores und unabhängige Boutiquen. Ein Spaziergang durch Bo-Kaap darf ebenfalls nicht fehlen. Die bunten Häuser des historischen Quartiers gehören zu den wohl instagrammabelsten Spots Kapstadts.



Kulinarisch gehört Kapstadt zu den spannendsten Städten Afrikas. Es gibt eine Vielzahl an Restaurants mit Sterneküche, die im Vergleich zur Schweiz erstaunlich erschwinglich sind. Begleitet wird das Ganze von exzellenten südafrikanischen Weinen, die sowohl in Spitzenrestaurants als auch in unkomplizierten Lokalen serviert werden.



Go West! Richtung Westkap
Wer mit dem Auto gen Westen zieht, erlebt einige faszinierende Spots und einen der schönsten Roadtrip der Welt: den Chapman’s Peak Drive. Ja, ich weiss, bei den Drakensbergen habe ich das auch schon gesagt. Aber es stimmt! Beim Chapman’s Peak türmen sich links Berge mit bunter Flora und Fauna in die Höhe, rechts gibt es endlose Strände mit meterhohen dramatischen Wellen, dazwischen kurvige Wege an der Küste entlang. Der erste Stopp ist der West Coast National Park mit dem Kap der Guten Hoffnung. Warum der Punkt so heisst, ist nicht ganz klar. Einerseits symbolisierte das Kap neue Handelsrouten, also Hoffnung auf Wohlstand, gleichzeitig war es für Seefahrer ein Ort der guten Hoffnung, weil sie am Ende der stürmischen See endlich Land in Sicht hatten.

Im West Coast Nationalpark kann man wunderbare Wanderungen machen und die steilen Klippen betrachten. Überall gibt es kleine Sandstrände mit türkisblauem Wasser. Der Leuchtturm bietet eine spektakuläre Aussicht auf das Kap der Guten Hoffnung und einen endlosen Blick auf das Wasser. Übrigens: Hier treffen Indischer und Atlantischer Ozean nicht aufeinander, obwohl das oft behauptet wird. Das passiert etwa drei Stunden entfernt am Kap Aghulas.


Ein weiteres Must-do ist Hermanus. Das ist einer der besten Orte weltweit, um Wale zu beobachten. Buckelwale sieht man von der Küste aus von Juli bis Oktober. Auch im Dezember kann man Glück haben, mein Freund hat im richtigen Moment durch das Fernglas geschaut und eine Fontäne entdeckt. Glattwale sind von Juni bis Oktober zu entdecken. Es gibt auch Whale Watching Touren. Delfine und Orcas sind ebenfalls in den Gewässern vor Kapstadt unterwegs, werden aber seltener entdeckt.
In Simons Town lebt ein Tier, das Verwandte in der Antarktis hat. Am Boulders Beach sollen über 3000 Brillenpinguine leben. Der Eintritt kostet zwar circa 10 Franken, wer aber schon im Krüger Nationalpark und im West Coast National Park war, der kauft sich am besten eine Wild Card und erhält Zugang zu allen Parks in Südafrika (private Reservate sind ausgenommen). Und auch ein Verwandter von Elefanten lebt hier: Der Klippenschleifer. Nicht zu verwechseln mit Murmelis.

Tag 12 bis 14: Stellenbosch
Wer die Garden Route auf seiner Bucket-List hat, wird merken: 2 Tage reichen nicht aus. Von Kapstadt braucht man 4 Stunden nach Mossel Bay. Die Garden Route verläuft von dort bis nach Storms River. Hierfür würde ich mindestens drei Tage einberechnen. Wer aber nur noch zwei Ferientage zu Verplanen hat, kann sich in einem Weingut in Stellenbosch niederlassen und hier die ruhige Umgebung im satten Grün geniessen. Zwischen 180 und 300 Franken pro Nacht findet man grossartige Hotels mitten in der Natur.

Für mich ist jedenfalls klar: Nächstes Mal muss noch mehr entdeckt werden. Dann schaffe ich es vielleicht auch bis nach Storms River. Und da es keine Zeitverschiebung gibt, ist Südafrika die perfekte Destination für deine Workation!



