


Wenn man anfängt, eine Winterreise nach Finnland zu planen, taucht ziemlich schnell dieselbe Frage auf: Norden oder Süden? Also ganz hoch nach Ivalo oder Saariselkä, wo Lappland noch wilder, weiter und arktischer sein soll.
Oder in den „südlicheren“ Teil rund um Kuusamo und Ruka, wo ebenfalls tiefster Winter herrscht und traumhafte Nationalparks auf dich warten.
Ich sass irgendwann vor meinem Laptop und hatte genau diese Diskussion mit mir selbst. Denn ehrlich gesagt: Beide Optionen klangen ziemlich gut. Nordlichter, Huskys, Schnee, Rentiere – das bekommt man in beiden Regionen. Aber ich hatte einen ganz bestimmten Punkt im Kopf, bei dem ich dachte: „Okay… dafür möchte ich unbedingt nach Finnland.“ Die Tykky-Bäume. Falls du sie noch nie gesehen hast: Stell dir Bäume vor, die aussehen, als hätte jemand riesige Schneehaufen auf ihre Äste gestapelt. Oder wie gigantische Marshmallows mitten im Wald.



Genau diese surrealen Schneeskulpturen entstehen vor allem auf den höher gelegenen Hügeln in Regionen wie Ruka oder im Riisitunturi-Nationalpark. Durch Wind, Feuchtigkeit und extreme Kälte lagert sich Schnee über Wochen an den Bäumen ab – bis sie aussehen, als kämen sie direkt aus einem Märchenfilm. Und genau deshalb war meine Entscheidung eigentlich ziemlich schnell gefallen: Ich wollte diese Landschaft unbedingt sehen. Also wurde es Lappland im Süden – rund um Kuusamo und Ruka.
Lappland im Süden: Dieser Moment, in dem plötzlich alles magisch wird
Ich habe mich dabei erwischt, wie ich einfach nur herumgeschaut habe und ständig dachte: „Das kann doch nicht echt sein.“ Und natürlich habe ich ungefähr alle fünf Minuten mein Handy rausgeholt. Noch ein Foto. Noch eine verschneite Form. Noch eine andere. Irgendwann habe ich auf mein Handy geschaut und musste lachen: Meine Camera Roll besteht jetzt einfach nur noch aus zwei Dingen: Schnee. Und diese surrealen Schneebäume im Wald. Aber ganz ehrlich: Man kann gar nicht anders. Diese Landschaft ist einfach komplett verrückt. Irgendwann merkt man übrigens: Das Sprichwort „Man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr“ stimmt hier wirklich.
Und wenn man ständig nach oben schaut, übersieht man schnell den Weg. Und dann passiert es: flupp – plötzlich steckt man bis zu den Knien in einem Schneeloch. Perfekt, jetzt sehe ich selbst aus wie ein kleiner Tykky-Baum. Aber genau solche Momente machen dieses Erlebnis irgendwie noch schöner. Besonders magisch wird es, wenn während der Dämmerung der Himmel dieses berühmte Cotton-Candy-Rosa bekommt.

Lappland im Norden: Noch mehr Wildnis, noch mehr Weite
Und wie fühlt sich eigentlich Lappland ganz oben im Norden an? Unsere mycation Contributorin Anina hat diese Gegend entdeckt. Während der Süden von Lappland oft ein bisschen wie das Wintermärchen mit Komfort wirkt – mit Skigebieten, Aktivitäten und Nationalparks – wirkt der Norden oft als die wilderere Version von Lappland.
Die Landschaft wird dort noch offener, die Orte kleiner und die Natur wirkt noch ursprünglicher. Statt dichter Wälder wie rund um Ruka sieht man im Norden oft weite Schneelandschaften, gefrorene Seen und diese endlosen Horizonte. Dazwischen: Kleine Dörfer mit holzigen Blockhäusern und farbigen Häuschen in Rot und Blau und mittendrin die längste Schlittelpiste Finnlands. Im Norden merkst du plötzlich, wie gross Lappland wirklich ist. Und genau dieses Gefühl scheint viele Reisende dorthin zu ziehen.
Ein weiterer Grund, warum viele sich für Ivalo oder Saariselkä entscheiden, sind die Nordlichter. Zwar kann man sie auch im Süden Lapplands sehen – aber je weiter man nach Norden reist, desto näher kommt man dem sogenannten Aurora-Oval, der Zone, in der die Chancen auf Nordlichter besonders hoch sind.







Am Ende landet man sowieso im Wintermärchen
Am Ende ist es eigentlich egal, ob man sich für den Norden oder den Süden entscheidet. Du wirst ziemlich sicher irgendwann irgendwo im Schnee stehen, von verschneiten Bäumen umgeben sein und denken: „Wow… das sieht aus wie in einem Märchen.“ Vielleicht fährt gerade ein Rentierschlitten vorbei. Vielleicht heulen irgendwo Huskys in der Ferne. Und mit ein bisschen Glück tanzen später am Abend noch die Nordlichter über den Himmel.
Und genau in diesem Moment merkt man: Du bist nicht einfach nur in den Winterferien. Du bist mitten im magischen Lappland.



