Ich liebe Spanien. Trotzdem war ich tatsächlich noch nie auf Mallorca. Dieses Jahr wollte ich das ändern und zwar nicht alleine, sondern gemeinsam mit meinem Hund Cookie. Es war gleichzeitig seine erste Flugreise überhaupt und entsprechend gross war meine Nervosität. Darf er überhaupt fliegen? Wie stressig wird der Flug? Und ist Mallorca wirklich so hundefreundlich, wie alle sagen? Spoiler: Ja. Aber ich habe unterwegs auch einiges gelernt.
Ohne Tierarzt läuft gar nichts
Bevor ich überhaupt an Hotels oder Mietwagen gedacht habe, stand zuerst ein Termin beim Tierarzt an. Für Spanien braucht jeder Hund einen gültigen Heimtierpass, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Das war bei Cookie bereits alles vorhanden.
Da Mallorca aber zum Mittelmeerraum gehört, hat mir mein Tierarzt zusätzlich ein Spot-on gegen Parasiten mitgegeben. Sandmücken oder Zecken können dort Krankheiten übertragen, weshalb ich darauf auf keinen Fall verzichten würde.
Cookie ist ausserdem eher ein nervöser Hund. Ich wollte deshalb etwas, das ihm den Flug etwas erleichtert. Klassische Beruhigungstabletten waren für den Tierarzt allerdings keine Option, da sie beim Fliegen den Kreislauf belasten können. Stattdessen bekam ich ein Medikament mit leicht beruhigender Wirkung, das ich ihm rund eine halbe Stunde vor dem Flug geben sollte. Er war dadurch deutlich entspannter, ohne völlig neben sich zu stehen.

Die grösste Herausforderung? Eine Hundetasche finden.
Wir sind mit Swiss nach Mallorca geflogen. Hunde bis acht Kilogramm dürfen dort in der Kabine mitreisen, diese Gewichtsgrenze gilt allerdings inklusive Tasche.
Genau diese Tasche hat mich fast mehr Nerven gekostet als der Flug selbst. Sie darf maximal 55 × 40 × 23 Zentimeter gross sein und da Cookie bereits über sechs Kilogramm wiegt, durfte die Tasche auch nicht allzu schwer sein. Nach längerem Suchen wurde ich bei Galaxus fündig. Das Praktische: Die Tasche entsprach genau den erlaubten Massen und wog nicht einmal ein Kilogramm. So blieb beim Gesamtgewicht noch genügend Reserve für Cookie.
Was ich ebenfalls sofort wieder machen würde: Beim Start und bei der Landung einen Kauartikel geben. Cookie war dadurch beschäftigt und der Druck auf den Ohren schien ihn deutlich weniger zu stören.



Ich habe viel zu viel eingepackt
Wenn ich eines auf dieser Reise gelernt habe, dann das: Hunde brauchen in den Ferien deutlich weniger Gepäck, als man denkt. Ich hatte Snacks für zwei Wochen dabei, sein komplettes Futter, mehrere Spielzeuge und gefühlt alles, was bei uns zu Hause herumliegt. Heute würde ich das anders machen.

Futter würde ich höchstens für die ersten 3 Tage mitnehmen. Auf Mallorca gibt es genügend Tiergeschäfte und Supermärkte mit einer grossen Auswahl. Snacks würde ich wahrscheinlich gar nicht mehr mitnehmen. Was dafür permanent im Einsatz war: eine Hundetrinkflasche und ein faltbarer Napf. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen war ich froh, dass Cookie jederzeit trinken konnte.
Mallorica ist überraschend hundefreundlich
Was mir sofort aufgefallen ist: Auf Mallorca sind unglaublich viele Menschen mit Hund unterwegs. Ob im Café, im Restaurant oder beim Spaziergang durch die Altstadt – Cookie war fast überall willkommen. Nur bei Beachclubs oder einigen Strandbars wurde es schwieriger.
Etwas überrascht hat mich hingegen der öffentliche Verkehr. Für einen Aussichtspunkt auf den Far de Formentor mussten wir einmal auf einen Bus umsteigen. Dort durfte Cookie leider nicht mitfahren. Wer Ausflüge mit Bus oder Bahn plant, sollte die Bestimmungen deshalb unbedingt vorher prüfen.


Ein Airbnb war die richtige Entscheidung
Wir haben uns bewusst gegen ein Hotel und für ein Airbnb entschieden. Im Nachhinein würde ich das jederzeit wieder so machen. Cookie hatte viel mehr Platz und wir konnten unseren Tagesablauf flexibel gestalten. Wenn wir kurz einkaufen oder an den Strand wollten, musste ich mir keine Gedanken über Housekeeping oder Hotelregeln machen. Der einzige Nachteil: Sobald man den Filter «Haustiere erlaubt» aktiviert, schrumpft die Auswahl an Unterkünften ziemlich schnell.






Die Sache mit den Stränden
Vor der Reise hatte ich mir ehrlich gesagt keine grossen Gedanken darüber gemacht. Erst vor Ort fiel mir auf, dass Hunde an den meisten Sandstränden während der Saison gar nicht erlaubt sind. Es gibt zwar offizielle Hundestrände, diese liegen aber nicht überall in der Nähe.
Wir hatten Glück. Direkt neben unserem Airbnb gab es eine kleine felsige Badestelle, an der Cookie problemlos ins Wasser durfte. Für ihn war das sowieso spannender als ein langer Sandstrand – er ist nämlich nicht unbedingt der grösste Schwimmer. Wer hingegen gerne den ganzen Tag am Strand verbringt, sollte bedenken, dass der Hund währenddessen wahrscheinlich in der Unterkunft bleiben muss.



Würde ich wieder mit Hund nach Mallorca reisen?
Definitiv. Vor der Reise hatte ich ehrlich gesagt etwas Respekt davor, mit Cookie zu fliegen. Im Nachhinein war genau das völlig unbegründet. Mit der richtigen Vorbereitung verlief alles erstaunlich unkompliziert. Mallorca hat mich nicht nur landschaftlich überzeugt, sondern auch damit, wie selbstverständlich Hunde vielerorts dazugehören. Und beim nächsten Mal? Da nehme ich definitiv nur halb so viel Hundegepäck mit.







