Morgens Moderationstexte schreiben oder aus dem mobilen Studio live aufnehmen, nachmittags Golf spielen und den Hund einfach mitnehmen: Im SalzburgerLand wird aus einer Workation ein Roadtrip zwischen Fairways, Bergen, Begegnungen und gutem Essen. Ich habe während meiner Workation vier Golfplätze ausprobiert – mit mobilem Büro im Gepäck und Kyro, unserem vierbeinigen Reisebegleiter.

In Österreich darf der Hund auf den Golfplatz
Der Laptop steht auf dem Tisch, draussen liegen die Berge und für den Nachmittag ist die Tee Time gebucht. Eigentlich könnte Workation ziemlich einfach sein. Wäre da nicht Kyro. Denn wer mit Hund reist, kennt die zusätzliche Planungsrunde: Ist er im Hotel willkommen? Kann er mit ins Restaurant? Und was machen wir mit ihm, wenn wir vier oder fünf Stunden auf dem Golfplatz verbringen? «Und euren Hund Kyro nehmt ihr gleich mit auf den Platz», meint Jugendfreund Alexander, selbst begeisterter Golfer, als wir ihm von unseren Plänen für das Salzburger Land erzählen.
Moment mal. Den Hund mit auf den Golfplatz? In der Schweiz wäre das auf den meisten Anlagen undenkbar. Keine 150 Kilometer weiter östlich scheint es dagegen die selbstverständlichste Sache der Welt zu sein. Also machen Sebastian und ich uns auf den Weg. Golfschläger im Kofferraum, Laptop und mobiles Studio dabei – und Kyro selbstverständlich inklusive.

Arbeiten, wo andere Ferien machen
Workation klingt manchmal verdächtig nach Laptop-Foto vor schöner Kulisse. Für mich funktioniert das Konzept nur, wenn beides wirklich Platz hat: Work und Vacation. Als Sprecher und Moderator kann ich einen grossen Teil meiner Arbeit praktisch überall erledigen. Unterwegs recherchiere ich für kommende Veranstaltungen, schreibe Moderationstexte, bereite Interviews vor und führe Gespräche mit Kunden und Redaktionen. Und selbst für Sprachaufnahmen muss ich nicht zwingend in Zürich sein, denn mein mobiles Studio reist mit. Damit kann ich auch aus dem Salzburger Land die Verbindung zu Studios halten und live aufnehmen – von Zürich bis Amsterdam. Kopfhörer auf, Mikrofon an, Verbindung steht. Für die Menschen auf der anderen Seite macht es kaum einen Unterschied, ob ich gerade in meinem Studio zu Hause sitze oder mit Blick auf die Berge arbeite. Genau diese Freiheit macht Workation für mich interessant. Nicht weniger arbeiten, sondern anders arbeiten – und die gewonnene Ortsunabhängigkeit nutzen.
Ein paar Stunden konzentriert recherchieren, Moderationstexte schreiben oder aufnehmen. Dann Laptop zuklappen, Mikrofon verstauen und raus. Und genau hier kommt Kyro ins Spiel. Denn was bringt uns die schönste Workation, wenn unser Hund während der Freizeit im Hotelzimmer warten muss? Im Salzburger Land müssen wir uns diese Frage erstaunlich selten stellen. Rund um Salzburg warten Seen, Berge und mehr als 30 Golfplätze in der Region und Umgebung. Mit der Golf-Alpin-Card lassen sich zahlreiche Plätze miteinander verbinden. Für uns wird daraus ein kleiner Golf-Roadtrip. Am Vormittag entstehen Moderationstexte oder Sprachaufnahmen. Am Nachmittag stehen wir auf dem Fairway.

Gut Altentann: Eine Begegnung mit der Golfkultur
Unsere erste Runde führt uns nach Henndorf am Wallersee zum Golfclub Gut Altentann. Schon die Geschichte des Platzes ist bemerkenswert: Gut Altentann war der erste von Jack Nicklaus gestaltete 18-Loch-Golfplatz auf dem europäischen Festland. Doch es ist nicht nur der Platz, der uns in Erinnerung bleibt. Wir sind mit Susanne unterwegs. Man merkt schnell, dass sie mit Golf aufgewachsen ist. Ihr Vater war Präsident eines Golfclubs – und hat ihr offenbar nicht nur beigebracht, wie man einen Ball schlägt.
«Mein Vater hat immer gesagt: Man erkennt einen Golfer nicht am Handicap, sondern daran, wie er sich auf dem Platz verlhält», erzählt sie uns am Abschlag. Dann zählt sie auf: Pitchmarken ausbessern, Bunker harken, Ruhe, wenn der andere abschlägt. «Das ist für mich Golf.» Ein schöner Gedanke. Gerade weil wir selbst noch relativ frisch in diesem Sport unterwegs sind. Golf ist eben mehr als Technik, Score und Handicap. Es ist auch eine Kultur – und auf einer Reise lernt man diese vielleicht am besten durch die Menschen kennen, mit denen man spielt.

Kyro interessiert sich unterdessen weniger für Golfetikette. Er trottet neben unserem Trolley her, untersucht das Rough und sucht sich einen Schattenplatz. Nach der Runde sitzen wir gemeinsam beim hervorragenden Mittagessen im Clubhaus. Zur Erfrischung bestellen wir etwas, das in Österreich fast schon zum Sommer gehört: Soda Zitron – Sprudelwasser mit Zitronensaft. Einfach, sauer, erfrischend und nach 18 Loch genau das Richtige. Während wir an unseren Gläsern nippen, erzählt Susanne von der Vielfalt der Region. «Über 30 Plätze sind von Salzburg aus leicht erreichbar, und keiner gleicht dem anderen. Der eine flach am Wasser, der nächste hoch am Berg, der übernächste mitten im Wald. Man kann hier zwei Wochen Golf spielen und hat jeden Tag ein anderes Land unter den Füssen.» Wir schauen auf unsere nächsten Etappen. Genau das wollen wir herausfinden.
Kyros Urteil:
Vornehm hier. Sogar ich habe mich benommen. Das Mittagessen roch verdächtig gut – geteilt wurde leider nichts. Vier von vier Pfoten.
Brandlhof: Kyro reist Business Class
Weiter geht es nach Saalfelden. Und hier erreicht unsere Workation einen Standard, den vor allem Kyro künftig vermutlich auch von anderen Golfclubs erwarten wird. Im Golfclub Gut Brandlhof gibt es einen eigenen hundefreundlichen Golfcart. Vorne sitzen Sebastian und ich. Dahinter hat Kyro seine eigene Liegefläche mit Sonnendach, Futter- und Wassernapf – und sogar Leckerli. Ganz hinten stapeln sich unsere Golfbags.
Wir arbeiten vormittags am Laptop. Unser Hund reist nachmittags Business Class über den Golfplatz. Auch die Menschen vor Ort machen schnell deutlich, dass der Hund hier nicht als lästiges Anhängsel betrachtet wird. Er gehört einfach dazu. Genau diese Selbstverständlichkeit ist es, die uns auffällt.

Der Platz führt entlang der Saalach, die immer wieder mitten im Spiel auftaucht. Manche Abschläge gehen direkt über den Fluss, dahinter erhebt sich das Steinerne Meer. Trotz der alpinen Umgebung spielt sich der Platz angenehm flach. Wir fahren von Bahn zu Bahn, Kyro thront unter seinem Sonnendach, und spätestens jetzt haben wir das Gefühl, dass zumindest einer von uns drei das Prinzip Workation vollkommen verstanden hat. Während wir überlegen, welches Eisen uns möglichst sicher über das Wasser bringt, schaut Kyro gelassen zu. Die Rollen sind klar verteilt.
Kyros Urteil:
Eigene Liegefläche mit Sonnendach, der Napf immer voll, Leckerli inklusive. Abschläge übers Wasser, bei denen alle nervös werden ausser mir. Vier von vier Pfoten – für den Hundecart gibt es eine Extrapfote.
Zell am See-Kaprun: Der Bildschirmhintergrund ist plötzlich echt
Die nächste Station liefert grosses Kino. Der Golfclub Zell am See-Kaprun bietet gleich zwei 18-Loch-Championship-Plätze: Schmittenhöhe und Kitzsteinhorn. Am Morgen sitzt man noch vor dem Laptop. Wenige Stunden später steht man auf dem Fairway und blickt auf das echte Kitzsteinhorn. Es ist einer dieser Momente, in denen die Idee einer Workation plötzlich Sinn ergibt. Denn der eigentliche Luxus besteht gar nicht darin, an einem besonders schönen Ort zu arbeiten. Der Luxus ist, nach dem letzten Videocall tatsächlich dort zu sein. Laptop zu. Golfschuhe an. Raus.

Der Blick auf den Gletscher begleitet uns während der Runde. Die Schmittenhöhe fordert mit Risk-and-Reward-Situationen, der Kitzsteinhorn-Kurs spielt sich etwas grosszügiger. Und irgendwann wird selbst ein misslungener Schlag relativ. Man schaut dem Ball kurz dabei zu, wie er die geplante Flugbahn verlässt, hebt den Blick – und sieht die Berge. Es gibt schlechtere Orte für einen schlechten Golfschlag. Kyro hat diese Gelassenheit ohnehin perfektioniert. Während wir an unseren Scores arbeiten, legt er sich ins Gras und macht ein Nickerchen.
Kyros Urteil:
Grosse Berge, grosser See, grosse Wiesen. Aussicht hervorragend, Schlafqualität ebenfalls. Vier von vier Pfoten.
Mittersill: Peter, die Enten und 180’000 Golfbälle
Unsere letzte Station führt uns in den Golfclub Nationalpark Hohe Tauern in Mittersill. Und wieder überrascht uns die Region. Mitten zwischen den Dreitausendern der Hohen Tauern erwarten wir eigentlich einen anstrengenden Bergplatz. Stattdessen liegt vor uns eine erstaunlich flache Anlage: sattes Grün, urige Heustadel, Blumen entlang der Bahnen – und Wasser. Sehr viel Wasser. Schwäne gleiten über die Teiche, Entenfamilien spazieren durch die Anlage. Kyro hat seinen persönlichen Höhepunkt dieser Reise erreicht.
Hier treffen wir Peter Enzinger, Ehrenpräsident des Österreichischen Golfverbandes, der den Platz seit rund 27 Jahren begleitet und prägt. Er kennt praktisch jede Ecke: «Viele Plätze im Salzburger Land sind bergig – wir sind bewusst flach aber mit traumhaftem Blick in die Berge, das schätzen die Leute», erzählt er uns. Dann fügt er etwas hinzu, das wieder weniger mit Golftechnik als mit dem Gefühl eines Ortes zu tun hat: «Aber ehrlich gesagt kommen die meisten wegen der Atmosphäre zu uns. Wir sind ein junges, familiäres Team, da fühlt man sich vom ersten Schlag an wohl.»

Wir verstehen schnell, was er meint. Und dann kommt Loch 18. Ein Inselgrün. Fast rundherum Wasser. Peter schaut uns an und lässt uns raten, wie viele Golfbälle über die Jahre wohl in den Teichen der Anlage gelandet sind. Wir tippen. Viel zu tief. Peter schmunzelt. «Es sind gut 180’000. Und jedes Jahr kommen ein paar Tausend dazu.» Plötzlich sieht das Wasser vor uns noch ein wenig bedrohlicher aus. Ob wir grosszügig zur Statistik beigetragen haben, bleibt an dieser Stelle besser unbeantwortet. Kyro ist das ohnehin egal. Er hat eine Entenfamilie entdeckt und bewundert diese aus freudiger Distanz.
Kyros Urteil:
Viele Vögel zum Anschauen, weicher Rasen zum Liegen – und Herrchen sind erstaunlich oft mit dem Wasser beschäftigt. Vier von vier Pfoten.
Vielleicht ist genau das Workation
Nach vier Golfplätzen stellen wir fest, dass wir am Ende gar nicht nur über Golf sprechen. Wir erinnern uns an Susanne und ihre Geschichten über ihren Vater und Golfetikette. An das gemeinsame Mittagessen und ein eiskaltes Soda Zitron im Clubhaus von Gut Altentann. An die Menschen am Brandlhof, für die ein Hund auf dem Golfplatz offenbar nichts Besonderes ist. An den Moment, als der Bildschirmhintergrund am Kitzsteinhorn plötzlich Realität wurde. An Peter in Mittersill, die Enten – und natürlich an seine 180’000 Golfbälle. Und an Kyro, der in seinem persönlichen Golfcart durch Saalfelden chauffiert wurde. Das sind die Dinge, die von einer Reise bleiben.
Vielleicht ist genau das auch der Unterschied zwischen mobilem Arbeiten und einer echten Workation: Es geht nicht darum, den Schreibtisch einfach an einen schöneren Ort zu verschieben. Und auch nicht darum, in den Ferien permanent erreichbar zu sein. Es geht darum, die Freiheit ortsunabhängiger Arbeit bewusst zu nutzen.

Das Land Salzburg macht das erstaunlich einfach: Salzburg bringt Kultur und Kulinarik mit, wenige Kilometer später steht man zwischen Seen und Bergen. Dazu kommt eine aussergewöhnliche Dichte an Golfplätzen, die sich mit der Golf-Alpin-Card zu einem Roadtrip verbinden lassen. Unser Handicap hat sich während dieser Workation übrigens nicht dramatisch verbessert. Unsere Vorstellung davon, wie gut sich Arbeit und Reisen verbinden lassen, dagegen schon.
Links und Infos rund ums Golfen im Salzburger Land
- Ferien, Golf, Natur, Kulinarik und Inspiration für eine Workation im Salzburger Land: salzburgerland.com
- Mit der Golf-Alpin-Card lassen sich zahlreiche Golfplätze im Salzburger Land und in angrenzenden Regionen flexibel miteinander kombinieren: salzburgerland.com/de/golf-alpin-card
- Golfclub Gut Altentann – Henndorf am Wallersee: gutaltentann.com
- Golfclub Gut Brandlhof – Saalfelden (inklusive Hunde-Golfcart): salzburgerland.com/de/golfclub-gut-brandlhof/
- Golfclub Zell am See-Kaprun: golf-zellamsee.at
- Golfclub Nationalpark Hohe Tauern – Mittersill: golfclub-mittersill.at
Bildquellen: Stephan Lendi und SalzburgerLand Tourismus



