Kaum ein Ort ist mir auf meiner Reise in Kanada so oft empfohlen worden wie Tofino. Das Surfer-Dörfchen gehört zu den beliebtesten Wochenend-Destinationen vieler Einwohnerinnen und Einwohner Vancouvers. An einem verlängerten Wochenende habe ich mich dazu entschieden herauszufinden, ob das Dörfchen wirklich so viel zu bieten hat – und wurde nicht enttäuscht.
Fähre nach Tofino: Lieber im Voraus buchen
Tofino liegt auf Vancouver Island und ist mit Auto und Fähre fünf Stunden von Downtown Vancouver entfernt. Für unsere Reise haben wir einen Kleinwagen gemietet, welchen wir dann mit der Fähre auf die Insel und von da aus nach Tofino gefahren haben. Während man normalerweise für ein Auto ungefähr 65 Franken pro Strecke mit der Fähre bezahlt, haben wir für unsere Tickets einen grossen Rabatt bekommen. Das, weil wir sehr spontan einen Tag vor der Abfahrt gebucht haben. Für vier Personen mit Auto haben wir nur knapp 50 Franken bezahlt.
Trotzdem würde ich niemandem raten, darauf zu vertrauen, dass man spontan noch günstige Tickets bekommt. So sind die Fähren von Freitag bis und mit Montag oft komplett ausgebucht. Wir mussten bei unserer Rückreise etwa die letzte Fähre um 22 Uhr nehmen.
Spar-Tipp
Wer mit dem Auto nur Vancouver Island bereisen will, kann sich gut einen Wagen auf der Insel selbst buchen, um die Kosten für den Transport zu sparen.
Unterkünfte in Tofino: beliebt und teuer
In Tofino angekommen, haben wir eine wunderschöne Unterkunft direkt am Strand gebucht. Kleine Warnung: Tofino gehört zu den teuersten Reisezielen in Kanada. Für ein einigermassen schönes Hotel oder Airbnb bezahlt man pro Nacht schnell 200 Franken pro Person. Zudem sind viele Unterkünfte im Sommer bereits Monate vorher ausgebucht.
Der hohe Preis hat sich für unseren Trip jedoch gelohnt. So wohnten wir zu viert in einem kleinen Hüttchen mit allem, was man braucht im sogenannten Ocean Village Resort. Wir konnten draussen essen, den Grill benutzen und hätten sogar einen Pool zur Verfügung gehabt. Das schönste war aber die Lage direkt am Strand, wo wir spazieren und Sonnenuntergänge beobachten konnten.

Aktivitäten in Tofino: Surfen, Zipline-Fail, Kajaken und Safari
Wofür Tofino aber eigentlich bekannt ist, sind die unzähligen Outdoor-Aktivitäten. So ist Tofino berühmt für seine Surferszene und rund um das Dörfchen werden überall verschiedenste Touren angeboten.
An unserem ersten Tag haben wir uns für einen Zipline-Park entschieden. Diesen haben wir über die Webseite von WestCoast Wild gebucht – und wurden leider ziemlich enttäuscht. Bei unserer Ankunft wurde uns nämlich mitgeteilt, dass die Zipline an diesem Tag nicht im Einsatz sei. Wir hatten unseren Spot bereits gebucht und keinen Anruf mit einem Hinweis im Voraus erhalten. Daraufhin wurden wir mit einer gratis Kajak-Tour vertröstet, die sonst 65 Dollar pro Person gekostet hätte. Versöhnlich gestimmt paddelten wir also los – nur um nach 15 Minuten festzustellen, dass wir bereits am Ende der Kajakstrecke angelangt waren. Wir verliessen WestCoast Wild also ziemlich enttäuscht und ich würde raten diesen Anbieter zu meiden. Gerade auch, weil die ganze Aufmachung des Unternehmens vor Ort alles andere als professionell wirkte.

Nach einem Abendessen vor unserer Hütte und einer erholenden Nacht, waren wir am nächsten Tag aber wieder bereit, Tofino zu erkunden. Im Dörfchen gibt es unzählige Shops und Souvenirläden, die Tofino einen gemütlichen Surfer-Vibe verleihen. Zudem haben wir unsere Einkäufe immer im co-op erledigt, was mir jedes Mal einbizeli Heimweh bescherte. Ebenfalls wollten wir das heimische Aquarium besuchen, das hat sich jedoch als 10 un-glamouröse Fischtänke entpuppt und wir haben stattdessen einen Spaziergang gemacht. Und dabei einen Weisskopfseeadler entdeckt. Die Weisskopfseeadler sind auf ganz Vancouver Island unterwegs und jedes Mal ein Highlight. Zudem haben wir während unseres Aufenthalts mehrere Rehe bei hellichtem Tag im Dorf gesehen und bei einer Autofahrt lief uns ein Schwarzbär über die Strasse.



Um unsere spontane Safari noch zu vollenden, haben wir an unserem letzten Tag noch eine Whale-Watching-Tour gemacht. Dabei konnten wir Otter, Papageientaucher, Robben und einen Grauwal beobachten. Wer also die Wildnis von Kanada hautnah miterleben will, ist in Tofino und auf Vancouver Island genau richtig. Aber auch sonst war Tofino für mich bisher der schönste Kurzurlaub rund um Vancouver und ich würde es jeder und jedem ans Herz legen.



