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Apulien streckt sich über den Süden Italiens hinweg bis in den Absatz des Stiefels. Ganz unten im Absatz befinden sich die Städte Brindisi, Ostuni und Lecce sowie zahlreiche weitere wundervolle Ortschaften. In diesem Bericht möchte ich mich aber auf die drei genannten Städte konzentrieren, die ich auf einem Kurztrip bereist habe.

mycation Contributor Nadine entdeckte Apulien in drei Tagen.

Tag 1: Mit dem Direktflug nach Brindisi

Brindisi ist via Direktflug ab Zürich in weniger als zwei Stunden zu erreichen. Die Hafenstadt zählt etwas mehr als 80’000 Einwohner und überzeugt mich sofort mit ihren malerischen Gassen und dem italienischen Flair. Ich bin immer extrem happy, wenn ich eine neue Stadt erkunden und ein paar Fotos machen kann.

Eine Meeresbucht reicht weit in die Stadt hinein und bildet einen Naturhafen. Es sieht fast aus wie ein Fluss, der mit einer Fähre überquert werden kann. Die Fähre verbindet das Stadtzentrum am Lungomare mit der gegenüberliegenden Hafenseite beim Monumento al Marinaio d’Italia. Von diesem Monument aus hat man einen fantastischen Blick auf Brindisi. Das Denkmal wurde zu Ehren der italienischen Seefahrer errichtet. Nach meinem Besuch fahre ich mit dem Boot zurück ins Zentrum.

Besonders toll ist die Aussicht in der Golden Hour, kurz vor Sonnenuntergang.

Es gibt einiges zu sehen in der Stadt: Von der Uferpromenade aus geniesse ich den Blick auf den weit verzweigten Naturhafen, der Brindisi seit Jahrhunderten zu einer bedeutenden Hafenstadt macht. Wenige Schritte weiter erreiche ich die berühmten Römischen Säulen, die traditionell als Endpunkt der Via Appia gelten. Die Via Appia war eine der wichtigsten Strassen des antiken Römischen Reiches. Für die Römer war Brindisi von grosser strategischer Bedeutung, denn von hier aus gelangte man per Schiff nach Griechenland, in den Balkan und in den östlichen Teil des Reiches.

Oben an der Treppe sind die Säulen angebracht, die den Endpunkt der Via Appia markieren sollen.

Anschliessend schlendere ich durch die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, historischen Gebäuden und gemütlichen Plätzen. Dabei komme ich an der Kathedrale San Giovanni Battista vorbei, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt.

Tag 2: Mit dem Zug nach Ostuni

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Zug nach Ostuni. Das Städtchen ist etwa eine halbe Stunde von Brindisi entfernt. Italien hat verschiedene Zug-Unternehmen, welche die gleichen Strecken befahren und diese zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Ein Ticket für einen Zug, der erst in einer Stunde fährt, kann gleich halb so teuer sein wie das Ticket für den nächsten Zug. Da die Preise durchgehend moderat sind, wähle ich die nächste Verbindung.

Ostuni – die weisse Stadt – thront auf drei Hügeln.

Der Bahnhof von Ostuni liegt weit ausserhalb der Stadt. Kaum trete ich aus dem Bahnhofsgebäude, hupen mich diverse Taxis an und die Fahrer bieten mir an, mich mitzunehmen. Ich gebe zu, ich habe nicht gründlich genug recherchiert: Mir ist nicht bewusst, wie lange ein solcher Fussmarsch dauert. Ich entscheide mich dennoch, zu laufen und erreiche etwa eine Stunde später die Mauern der Stadt.

Wow! Meine Erwartungen werden weit übertroffen. Die Stadt erhebt sich auf drei Hügeln und ihre weiss getünchten Häuser leuchten in der Sonne. Nicht umsonst wird Ostuni auch die „Weisse Stadt“ genannt.

Durch eines der alten Stadttore gelange ich in die historische Altstadt und schlendere durch ein Labyrinth aus engen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen. Die weiss gekalkten Fassaden, blumengeschmückten Balkone und die vielen Ausblicke verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme. Im Herzen der Altstadt besuche ich die Kathedrale Santa Maria Assunta, deren beeindruckende Fassade zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Ostunis zählt.

Während meines Rundgangs geniesse ich die entspannte Atmosphäre und lasse mich einfach durch die verwinkelten Gassen treiben. An vielen Ecken entdecke ich versteckte Innenhöfe, kunstvoll verzierte Türen und malerische Aussichtspunkte. Besonders in den Abendstunden, wenn das warme Licht die weissen Häuser in goldene Farbtöne taucht, entfaltet Ostuni seinen ganz besonderen Zauber.

Der Arco Scoppa ist eine kunstvolle Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert, die zwei historische Gebäude verbindet und zu den bekanntesten Wahrzeichen Ostunis zählt.

Tag 3: Das Freilichtmuseum Lecce

Nach dem Tagesausflug nach Ostuni verbringe ich einen Tag am Meer. Ich will unbedingt die schönen Strände von Apulien geniessen. Am Tag darauf fahre ich wiederum mit dem Zug nach Lecce. Ostuni liegt etwa dreissig Minuten nördlich von Brindisi – etwa die gleiche Distanz muss ich überwinden, um nach Lecce zu gelangen, einfach in Richtung Süden.

Lecce bietet einen starken Kontrast zu Brindisi und Ostuni. Die Stadt hat fast einhunderttausend Einwohner und wirkt fast schon wie eine Grossstadt. Mein Rundgang durch Lecce beginnt an der Piazza Sant’Oronzo, dem lebendigen Herzen der Stadt. Hier entdecke ich das römische Amphitheater, das teilweise freigelegt wurde und von der langen Geschichte der Stadt zeugt.

Das römische Amphitheater in Lecce. Leider darf man nicht reingehen.

Von dort schlendere ich durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und bewundere die prachtvolle Architektur, für die Lecce berühmt ist. Wegen ihrer zahlreichen barocken Bauwerke wird die Stadt oft auch als „Florenz des Südens“ bezeichnet. Besonders beeindruckt mich die Basilica di Santa Croce mit ihrer reich verzierten Fassade, die als Meisterwerk des Lecceser Barocks gilt.

Die reich verzierte Fassade der Basilica di Santa Croce.

Auf meinem Weg entdecke ich immer wieder kleine Plätze, kunstvolle Balkone und Gebäude aus dem warmen, honigfarbenen Kalkstein, der typisch für die Region ist. Schliesslich erreiche ich die Piazza del Duomo, einen der schönsten Plätze Italiens. Umgeben von Kathedrale, Glockenturm und Bischofspalast wirkt dieser Ort fast wie ein grosses Freilichtmuseum.


Zum Abschluss gönne ich mir ein paar leckere Bruschetti und natürlich ein Gelato in einem der vielen Strassencafés und lasse die besondere Atmosphäre der Stadt noch etwas auf mich wirken. Das italienische Flair der Städte, die besonderen Bauweisen, die Entspanntheit, das tolle Essen und die Menschen hier im Süden Italiens haben mich begeistert. Ich war auf jeden Fall nicht zum letzten Mal in Apulien und zum Glück gibt es noch einige Städte dort, die darauf warten, entdeckt zu werden. Davon erzähle ich euch beim nächsten Mal.

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