Singapur liegt in Südostasien direkt am Meer. Doch das Meer ist voller Frachtschiffe, die ins Nachbarland Malaysia oder nach Indonesien unterwegs sind. Wer nach Singapur geht, will vor allem die Gardens By The Bay erleben oder die verrückte Architektur sehen. Viele Reisende verbinden einen Aufenthalt in Singapur als Umsteigedestination und fliegen dann weiter nach Australien, Neuseeland & Co.
Wer den Film «Crazy Rich Asians» anschaut, erkennt sofort: Singapur steht für Streetfood, futuristische Skyscraper, hinduistische Tempel und tropische Gärten mit künstlichen Wasserfällen. Strände zum Verweilen gibt es auf Sentosa Island, diese sind aber künstlich aufgeschüttet. Von der Metropole aus kann man aber auch wunderbar weiter reisen und echte Strandferien geniessen.
Option 1: Desarus tropische Seite

Innerhalb von zwei Stunden kommt man von Singapur aus an die malaysische Küste Desaru in der Provinz Johor, wo es zahlreiche Hotels mit traumhaften Stränden gibt. Redaktorin Jenny hat ihre Singapur Reise mit ein paar Tagen in Johor verbunden und findet: Malaysia ist eine geheimnisvolle, entspannte Alternative zu Thailand.



Anreise
Wer nach Desaru reist, der fliegt in der Regel über Singapur. Denn: Kuala Lumpur ist viel weiter weg. Die Anreise von Singapur geht am besten mit dem Auto. Viele Hotels bieten auch einen Transfer an. Achtung: Da es über die Grenze geht, ist es unverzichtbar, sich gut vorzubereiten. Das Problem: An der Grenze wird Englisch nur bruchhaft gesprochen. Für die Einreise braucht man eine digitale Arrival Card. Diese druckt man am besten aus, manche Grenzbeamte wollen nämlich einen schriftlichen Beweis dafür. Auch die Buchungsbestätigung für den Rückflug und die Ausreise muss zwingend vorliegen. Wer über die Grenze reist, muss sicherstellen, dass verschreibungspflichtige Medikamente ein Medical Certificate beiliegen haben, da Malaysia ein strenges Drogengesetz hat. Wenn die Einreise geschafft ist, steht den Strandferien nichts mehr im Wege.
Unterkunft
Sehr viele Luxushotels haben das Potenzial der Ostküste in Malaysia erkannt und haben erstklassige Unterkünfte errichtet. Jenny war im Anantara Desaru Coast, das mit tollen Zimmern und Meerblick sowie mit fantastischer Küche überzeugt. Auch zu empfehlen ist das The Sirēya Desaru Coast, Desaru. In der Umgebung gibt es auch weniger luxuriöse Alternativen, die günstiger sind. Entlang der Ostküste warten kilometerlange Sandstrände. Der Indische Ozean ist perfekt für Gfröörli, das Wasser hat meist über 28 Grad Celsius. Was Desaru besonders macht, ist die unbehandelte Natur. Dass man sich in der Nähe einer Grossstadt befindet, vergisst man spätestens bei den sensationellen Schnorchelgängen.

Aktivitäten
Am Strand ist man meistens alleine, da die Hotels ihre eigenen Strandabschnitte haben. Johor ist grün. Sehr grün. Mangrovenwälder lassen sich per Boot erkunden, oft begleitet von Eisvögeln und Affen. Im Hinterland führen Dschungelpfade zu Wasserfällen, während Nationalparks wie der Endau-Rompin-Nationalpark ursprüngliche Regenwaldlandschaften zeigen.



Kulinarisch hat Malaysia auch einiges zu bieten. Lokale Märkte, Garküchen und kleine Restaurants servieren Spezialitäten wie Laksa Johor, frische Meeresfrüchte oder süsse Desserts mit Kokos und Palmzucker. Malayische Küche ist ein Schmelztigel aus südasiatischen Aromen und ein Highlight für alle, die Thai Küche lieben.

Auch Wellness ist ein grosses Thema in Malaysia. Erstklassige Wellnessbehandlungen und Massagen mit Meerblick stehen auf dem Daily-Programm. Innerhalb von 15 Minuten ist man am unberührten Strand Pantai Batu Layar, Kota Tinggi. Auch Tagesausflüge auf Inseln wie Pulau Lima sind eine Empfehlung.
Hot or Not?
Wenn man sich gut vorbereitet und mit den Dos und Dont’s Malaysias befasst, kann Desaru in Kombination mit Singapur traumhaft schön sein. Wenn man sich selbst um den Transfer kümmert, sollte man darauf achten, dass man alle Dokumente zusammenhat. Dann ist die Überfahrt von 2 Stunden trotz Stau kein Problem. Fazit von Jenny: Wer keine Lust hat, sich am Strand Handtuch an Handtuch zu reihen sondern lieber das Meer allein für sich hat, ist in Desaru gut aufgehoben.
Option 2: Entspannung auf Bintan

Einen Katzensprung von Indonesien entfernt liegt die Insel Bintan. Redaktorin Emel hat ihre Metropol-Reise nach Singapur mit der indonesischen Insel Bintan verknüpft und verrät, wie sie ihre Strandferien fand.
Anreise
Die Anreise nach Bintan erfolgt am einfachsten per Fähre ab Singapur (Tanah Merah Ferry Terminal). Die Überfahrt dauert rund 2 Stunden und 15 Minuten, Tickets kosten etwa 65 SGD für Hin- und Rückfahrt. In der Hochsaison lohnt es sich, früh zu buchen – idealerweise mindestens fünf Tage im Voraus, besser sogar ein bis zwei Wochen vorher. Kürzere Verbindungen mit kleineren Fähren (ca. 1 Stunde, Norden der Insel) gibt es ebenfalls, diese sind jedoch schnell ausgebucht. Gebucht werden kann zum Beispiel über easybook.com; wir sind mit Sindo Ferry gefahren. Wichtig: mindestens 1,5 Stunden vor Abfahrt am Terminal sein. Die Abläufe sind strenger als am Flughafen. Bei der Ankunft auf Bintan unbedingt den Hoteltransfer im Voraus organisieren. Vor Ort ist es sehr voll, und Fahrdienste wie Grab fahren laut Einheimischen nicht bis direkt zum Ankunftsbereich.
Unterkunft
Auf Bintan gibt es sehr viele tolle Hotels. Es gibt aber eben auch einfach viele, da es sich um eine Resortinsel handelt. Achtung: Im Hotel ist das Essen oft sehr teuer.
Aktivitäten
Der Blue Lake fällt mit seinem fast unwirklich türkisfarbenen Wasser sofort ins Auge. Entstanden aus einem ehemaligen Bauxitabbaugebiet, wirkt die Landschaft gleichzeitig schön und künstlich. Der Lohan-Tempel ist schlicht und tief im lokalen Alltag verwurzelt und umfasst 500 lebensgrosse buddhistische Figuren. Ein Besuch auf einer Kaffeefarm gibt Einblick in das einfache landwirtschaftliche Leben auf der Insel. Der Kaffee wird lokal angebaut und verarbeitet, oft unter sehr grundlegenden Bedingungen.



Ein Must-do ist eine Mongroventour mit dem Boot. Hier sieht man auf eindrückliche Art und Weise, wie die einzigartigen Bäume wachsen und die Natur in Einklang bringen. Eine Fireflytour empfiehlt sich laut Emel eher nicht, da es nicht so extrem aussieht, wie man es sich vorstellt. Ausserdem fahren die Tourguides extrem nah an die Tiere heran und fangen sie für Tourist:innen ein, was nicht zu unterstützen ist.

Hot or Not?
Bintan ist eine Resortinsel. Hier reihen sich Hotelanlagen aneinander. Ob Bintan zu empfehlen ist, kommt etwas auf die Erwartungen an. Als kurze Auszeit nach dem urbanen Overload von Singapur funktioniert die Insel überraschend gut. Nur dafür um die Welt zu reisen lohnt sich aber eher nicht. Wenn man Bintan mit Hawaii, Thailand oder Mexiko vergleicht, schneiden die Strände okay ab. Lowlight ist das Essen, es ist aufgrund der Hotelketten relativ teuer.
Option 3: Abwechslungsreiche Natur in Bali

Der Sehnsuchtsort für viele Europäer:innen ist Bali. Die indonesische Insel zählt jedes Jahr aufs Neue zu den meistbesuchten Inseln der Welt. Redaktorin Nikola hat ihren Städtetrip nach Singapur mit Bali verknüpft.
Anreise
Von Singapur (Changi Airport) gibt es zahlreiche Direktflüge nach Bali (Denpasar / DPS). Die Flugzeit liegt bei rund 2 Stunden 30 bis 3 Stunden. Geflogen wird mehrmals täglich, unter anderem mit Singapore Airlines, Scoot, Jetstar, Garuda Indonesia oder AirAsia – je nach Budget und Komfortanspruch.

Unterkunft
Ob in Canggu oder in Ubud: Bali hat wunderschöne Hotels oder auch Villen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top. Hier bekommt man Südostasien von der wunderschönen Seite zu spüren. Ausserdem bekommt man sehr viel Content für Instagram, sei es beim Frühstück im Pool oder beim Blick auf den Strand.

Aktivitäten
Bali bietet eine enorme Bandbreite an Aktivitäten von Natur bis Kultur. Die Insel ist mehr, als einfach eine Stranddestination. In Ubud befindet man sich mitten im Dschungel. Zu den Sights fährt man meistens mit dem Moped. Achtung: der Ritt ist ziemlich wild, je nach Uhrzeit. Im Vergleich mit Bintan und auch mit Desaru hat Bali deutlich mehr Abwechslung. Durch den Tourismus haben sich coole Locations sowie urbane Restis im Dschungel entwickelt.



Und auch was Sightseeing angeht, gibt es zahlreiche Facetten zu entdecken. Reisfelder rund um Ubud, Wasserfälle im Inselinneren und Vulkantouren wie auf den Mount Batur prägen das Landschaftsbild. Tempelbesuche gehören ebenso dazu wie traditionelle Zeremonien. An den Küsten locken Surfspots, Schnorchel- und Tauchreviere, während Yoga, Spa und Wellness fester Bestandteil des Alltags sind.

Hot or Not?
Bali ist ohne Frage spektakulär. Gleichzeitig gehört die Insel zu den am stärksten touristisch geprägten Reisezielen Südostasiens. In Orten wie Canggu, Ubud oder Seminyak stauen sich Roller, Cafés und Menschenmengen, vieles wirkt inszeniert und überlaufen. Trotzdem: Reisfelder, Tempel, Vulkane und Küsten sind nach wie vor aussergewöhnlich schön. Wer Bali bewusst bereist, abseits der Hotspots bleibt und Zeit mitbringt, findet noch Ruhe, Tiefe und echte Momente.



