Zwei Wochen Bali. Direktflug von Singapur mit Air Asia, knapp 2 ½ Stunden später stand ich in dieser tropischen Luft und dachte mir nur: „Okay Bali… jetzt bin ich gespannt.“ Und ich sage es gleich: Ich liebe Bali. Nicht unbedingt, weil es perfekt ist, sondern weil es diesen ganz eigenen Vibe hat. Diese Insel fühlt sich an wie ein Ort, an dem alles irgendwie ein bisschen leichter ist. Zumindest auf den ersten Blick. Ist es wirklich so paradiesisch, wie Instagram es zeigt?



Der Süden: Café Hopping & Moped-Chaos
Meine Reise startete im Süden – Canggu, Seminyak und Uluwatu. Relativ schnell habe ich gemerkt: Wenn man irgendwo Café-Hopping als Lifestyle betreiben kann, dann hier. Ja, es ist „typisch Bali“: Acai Bowls, Avocado Toast, Flat Whites und Cafés, die aussehen, als wären sie direkt aus Pinterest gefallen. Aber ganz ehrlich? Es ist einfach gut. Und es macht Spass. Ich weiss noch, wie ich in Canggu in einem dieser typischen Bali-Cafés sass – barfuss, die Füsse im Sand, entspannte Musik und ich dachte mir: „Okay… ich verstehe den Hype.“ Und ich liebe es, dass diese Cafés meistens gleich alles in einem sind: Frühstück, Beachclub, Coffee Spot, Concept Store. Du gehst rein für einen Flat White und gehst raus mit einem Leinenhemd, einem handgemachten Armband und irgendeiner Kerze, die laut Etikett nach „Bali“ riecht. Und dann machst du die Tür auf… und wirst fast vom nächsten Roller überfahren.

Willkommen im Moped-Chaos. Moped fahren auf Bali ist… sagen wir mal… intensiv. Man steht nicht selten im Moped-Stau des Lebens. Gefühlt kommen sie von überall – oben, unten, links, rechts – und manchmal ist es wirklich ein kleines „Augen zu und durch“. Dass hier mal drei Personen, ein Hund und gefühlt noch ein Wocheneinkauf auf einem Roller sitzen, ist übrigens keine Ausnahme. Safety first wird hier sehr flexibel interpretiert.
Ubud: Die Qual der Wahl bei Unterkünften
Nach ein paar Tagen Süden ging es weiter nach Ubud. Und ich kann es nicht anders sagen: Es war, als hätte jemand den Lautstärkeregler runtergedreht. Plötzlich war da dieses Grün. Reisterrassen, Palmen, Dschungel. Ubud fühlt sich ganz anders an als der Süden. Weniger Clubs, weniger Shopping, dafür mehr Natur und mehr Runterkommen. Yoga, Massagen, gesunde Küche, Infinity Pools mit Blick ins Grün.
Eine Sache, die sich durch ganz Bali zieht: Die Unterkünfte. Ich hatte ständig diesen Moment von „Okay, das ist jetzt mein Traumhotel… nein warte, das hier auch.“ Bali schafft es irgendwie, dass fast jede Unterkunft aussieht wie aus einem Interior-Magazin. Private Pools, Outdoor-Duschen, viel Holz, viel Grün – man fühlt sich sofort wie in einem kleinen Retreat. Aber genau deshalb: Früh buchen. Sonst sitzt man da und denkt sich: „Wieso habe ich nicht schneller entschieden?“



Ausflüge zu Wasserfällen mit kleinem Reality-Check
Nicht alles, was auf Instagram perfekt aussieht, ist es auch in Echtzeit. Einige Strände und Wasserfälle haben leider mit Müll zu kämpfen. Nicht überall – aber es kann vorkommen. Und ich hätte es vorher gerne gewusst, einfach um meine Erwartungen realistischer zu halten. Bali Belly ist ausserdem kein Mythos. Und ja – es kann dich erwischen. Achtet darauf, wo ihr esst, was ihr esst und auch, in welches Wasser ihr geht – gerade bei Wasserfällen oder weniger gepflegten Stränden. Die gesundheitlichen Risiken von verunreinigtem Wasser sollte man nicht unterschätzen. Ich spreche da aus Erfahrung und sagen wir so: Das ist kein Mitbringsel, das man Monate später noch spüren möchte. Ja, das war bei mir der Fall und damit ist wirklich nicht zu scherzen. Kein Grund zur Panik: Man kann in Wasserfällen baden. Aber vielleicht ein kleiner Reminder, zweimal hinzuschauen und die Wasserqualität zu prüfen.

Nusa Penida: Traumstrände mit Sportprogramm
Natürlich durfte auf meiner Route Nusa Penida nicht fehlen. Allein die Überfahrt war schon ein kleines Abenteuer: Wackeliges Boot, viele Leute, noch mehr Boote… Man steht erst mal da und hofft einfach, dass man auch wirklich ins richtige einsteigt. Das Highlight war aber definitiv das Koffer-Handling. Die wurden teilweise einfach gestapelt wie Tetris, durchs Wasser getragen und irgendwie aufs Boot gehievt. Ich war ehrlich einfach nur froh, als mein Koffer heil auf der anderen Seite angekommen ist.
Und dann: Kelingking Beach. Der Ausblick ist wirklich so schön wie auf den Bildern – nur der Weg nach unten ist eher Abenteuer als Spaziergang. Teilweise hält man sich an Seilen fest und fragt sich kurz, ob man wirklich freiwillig gerade eine Klippe runterklettert. Unten angekommen ist es dann so traumhaft, dass man den Weg komplett vergisst. Zumindest kurz. Bis dieser kleine Gedanke auftaucht: „Moment… wir müssen da ja auch wieder hoch.“ Keine Sorge – man kann sich das Ganze auch einfacher machen und direkt per Boot an den Strand fahren. Wir fanden es irgendwie eine gute Idee, die Fitness-Variante zu wählen. Im Nachhinein… diskutabel.


Fazit: Würde ich wieder nach Bali reisen?
Ja. Sofort. Bali ist eine Mischung aus Lifestyle, Natur, gutem Essen, stylischen Orten und Abenteuer. Es ist nicht perfekt. Es ist überhaupt nicht so makellos wie auf Social Media. Aber genau das macht es irgendwie auch besonders. Wenn du Café-Hopping liebst, Beach-Vibes suchst, tolle Unterkünfte schätzt und zwischendurch im Dschungel abschalten willst – dann sind zwei Wochen Bali eine sehr gute Idee. Mit ein bisschen Achtsamkeit. Und vielleicht einer guten Reiseapotheke im Gepäck.



