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Vancouver ist für mich DIE Stadt, die ich immer allen für eine Reise empfehle. Der Grund dafür? Ich weiss, dass alle Menschen andere Vorlieben bei Ferien und längeren Trips haben. Und genau dafür ist Vancouver perfekt. Ich habe bereits einmal 6 Monate und einmal 3 Monate in der Stadt gewohnt und verbringe jetzt gerade nochmals 6 Monate hier. Darum weiss ich auch, dass die Stadt für alle etwas zu bieten hat. Damit auch du dich in der Grossstadt zurecht findest, hier einige Tipps für Vancouver.

Einreise und Good-to-Know

Wenn man mit einem Schweizer Pass nach Vancouver reist, kommt man relativ einfach ins Land. So braucht man für einen Aufenthalt in Kanada bis zu 6 Monate kein Visum. Das einzige, was man immer beim Einfliegen nach Kanada benötigt, ist eine sogenannte Electronic Travel Authorization (ETA). Diese sollte man sich bis zu drei Tagen vor dem Abflug zu tun. Das geht über die offizielle Webseite des Government of Canada, kostet 7 CAD und ist meist nach wenigen Minuten ausgestellt. Das ETA ist mit dem Pass verknüpft und fünf Jahre gültig.

Für Kanada brauchst du ein ETA.

Wenn du in Kanada angekommen bist, ist es wichtig, dass dir bewusst ist, dass einige Dinge anders als in Europa laufen. Hier eine Übersicht im Schnelldurchlauf:

  • Autofahren ist ab 16 Jahren möglich.
  • Alkohol kann man ab 19 Jahren kaufen.
  • Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist meistens verboten. 
  • Cannabis ist legal zu kaufen und zu konsumieren.
  • Bezahlt wird in kanadischen Dollar (CAD).
  • Das berühmteste kanadische Gericht ist Poutine (Pommes mit Käse und Bratensauce)

Das Wetter in Vancouver

Viele denken bei der Erwähnung von Kanada schnell an die eisigen Winter, für die das Land bekannt ist. Während in den Provinzen Alberta oder Calgary die Temperaturen in den kalten Monaten tatsächlich bis auf minus 40 Grad sinken können, ist in Vancouver dies kein Thema. So gibt es an der Westküste im Winter zwar Temperaturen um den Nullpunkt, Schnee und Minusgrade sind aber eher selten.

mycation Contributor Sabeth gut eingepackt in Whistler.

Worauf man sich aber in Vancouver einstellen muss, ist Regen. So trägt die Grossstadt auch den Spitznamen «Raincouver». Und das nicht ohne Grund: Denn von September bis Anfang April ist wochenlanger Niederschlag keine Seltenheit. Ist diese Zeit aber überstanden, kann man sich auf sonnige Frühlingstage und einen heissen Sommer freuen. Wie in der Schweiz steigt das Thermometer in Vancouver von Juni bis August nämlich gerne über 30 Grad. Ab Mai ist also die perfekte Zeit, die Stadt zu besuchen.

Der öffentliche Verkehr in Vancouver

Ebenfalls ein Vorurteil, das viele Europäerinnen und Europäer gegenüber (Nord-) Amerika haben, ist der schlechte öffentliche Verkehr. Während man sich in den USA und Grossteilen von Kanada tatsächlich ohne Auto nur schlecht fortbewegen kann, ist Vancouver eine der bestverknüpften Städte, die ich kenne. Mit dem Bus, dem Skytrain, der Canada Line und dem Seataxi (ja, das ist ein Taxi, das dich über das Meer fährt) kann man ohne Probleme ganz Vancouver bereisen und ist schnell und relativ günstig unterwegs. Am besten löst man sich eine sogenannte Compass Card. Darauf kann man Einzelfahrten, Tagestickets oder auch Monatsabos lösen, mit denen man sich dann frei in ganz Vancouver bewegen kann.

Mit der Compass Card kannst du dich frei in den ÖV bewegen.

Trinkgeld in Kanada

Als Schweizerin oder Schweizer im Ausland ist Trinkgeld oft ein heikles Thema. So wird in der Schweiz meist nur bei sehr gutem Service getippt oder einfach leicht aufgerundet. In Kanada gehört das Trinkgeld aber für viele Angestellte – gerade im Service – zu einem wichtigen Teil ihres Gehalts. Ein Trinkgeld zwischen 15 % und 20 % wird darum erwartet. 15 % sind dabei ein «Okay» Service, 18 % bedeuteten «Gut» und 20 % «Sehr gut». Wenn man mit einer grösseren Gruppe in einem Restaurant isst, kann es zudem auch sein, dass der Kellner oder die Kellnerin automatisch ein Trinkgeld von 20 % auf die Rechnung stellt.

Kanadas Tierwelt

Kanada hat, was die Fauna angeht, so einiges zu bieten. Ob Bären, Wildgänse, Orcas, Waschbären, Pumas, Stinktiere oder Robben: In Vancouver kann man (mit etwas Glück) eine riesige Vielfalt von Tieren beobachten. Die Stadt bietet dazu auch unzählige Trips an, zum Beispiel zum Whale oder Bear Watching. 

Die Tierwelt Kanadas ist vielfältig – und nah.

Wenn man aber nicht gerade in Downtown wohnt, ist der Besuch eines Schwarzbären im Garten oder ein Waschbär, der im Müll gräbt, keine Seltenheit. Dabei ist es wichtig, dass man sich informiert, wie man sich bei der Sichtung von Tieren zu verhalten hat. Mein Tipp: Abstand halten und nicht provozieren. Gerade bei Wanderungen oder Camping in der Wildnis muss einem zudem bewusst sein, dass man sich den Wald mit (Raub-)Tieren teilt.

Vancouvers Drogenszene

Die Drogenszene in Vancouver ist international bekannt. Seit 2016 herrscht in der Stadt eine Opioidkrise, weil Strassendrogen oft mit Fentanyl vermischt werden. Besonders konzentriert ist das Drogenviertel im Osten der Stadt an der East Hastings. 

Die Stadt versucht mit einem Harm-Reduction-Ansatz, Drogentote zu verhindern. Dafür gibt es etwa sichere Konsumräume und Ersatzdrogen, damit der Konsum weniger gefährlich ist. Das bedeutet aber auch, dass der Konsum von Drogen in Vancouver um einiges sichtbarer ist, als man es in anderen Städten gewohnt ist. Trotzdem muss man aber keine Angst vor der Drogenszene in Vancouver haben. Drogenabhängige sind meist für sich und selten aggressiv. Solange man die East Hastings – vor allem bei Nacht – meidet, ist man zudem sicher.

Es ist nicht selten, dass man mit Drogenabhängigen im Bus fährt.

Geheimtipp: Die Filmszene

Etwas, was Vancouver besonders spannend macht, ist die grossartige Filmszene. So gilt Vancouver als «North Hollywood» und etliche Filme, die in New York oder LA spielen, wurden in Vancouver gedreht. Dazu gehören etwa Serien wie «Riverdale», «The Last of Us» oder «Supernatural». Das liegt daran, dass es oftmals günstiger ist, in Vancouver zu drehen, die Stadt aber eine verwandte Infrastruktur hat. Es kommt also nicht selten vor, dass man in Vancouver einem A-Promi über den Weg läuft. Im März 2026 waren etwa Stars wie Adam Sandler, Noah Centineo oder Willem Dafoe in Vancouver unterwegs. 

Sabeth mit Riverdale-Schauspieler Cole Sprouse

Multikulti-Gastro

Vancouver ist stark multikulturell geprägt, was sich besonders in der Gastronomie zeigt. In Vierteln wie Chinatownfindet man traditionelle chinesische Küche neben Fusion-Restaurants, während in Richmond viele authentische asiatische Lokale dominieren. Auch indische, japanische, koreanische und mexikanische Restaurants sind in der ganzen Stadt weitverbreitet, was die Esskultur sehr vielfältig und international macht. Besonders beliebt – und auch relativ günstig – sind zudem Meeresfrüchte, die durch die Meernähe immer frisch sind. In Vancouver bleibt also niemand hungrig!

In Vancouver is(s)t die ganze Welt.

Die Geschichte von Vancouver

Die Geschichte von Vancouver ist eng mit den indigenen Völkern verbunden. Dazu gehören vor allem die Musqueam, die Squamish Nation und die Tsleil-Waututh Nation, die das Land seit Tausenden von Jahren nutzen und verwalten. Mit der Gründung von Vancouver wurden viele dieser Gemeinschaften verdrängt, was bis heute in der Kultur von Vancouver stark zu spüren ist. Viele Einwohnerinnen und Einwohner feiern etwa den Canada Day, der jeweils am 1. Juli stattfindet, nicht mehr – oder zumindest nicht mehr wie früher. So wird heute immer mehr auf die Geschichte der indigenen Völker aufmerksam gemacht. Das ist auch im Stadtbild stark zu erkennen. Überall sind Malereien oder Schnitzereien von indigenen Völkern abgebildet und werden als wichtiger Bestandteil der Kultur gefeiert.

Malereien von indigenen Völkern sind in Vancouver keine Seltenheit.

Achtung: Taxes

Beim Einkaufen in Vancouver hat mich am Anfang verwirrt, dass die Preise auf den Produkten nicht dem echten Preis an der Kasse entsprachen. So war ein Shampoo etwa mit 2,48 CAD angeschrieben, bezahlt hat man aber dann 2,60 CAD. Das liegt daran, dass die Mehrwertsteuern erst beim Bezahlen zum Preis dazugerechnet werden. Das ist so, weil die Mehrwertsteuer in Kanada je nach Provinz unterschiedlich hoch ist. Die Geschäfte zeigen deshalb meist nur den Netto-Preis an.

So, nun hast du einen ersten Einblick in das schöne Vancouver! Bist du dir trotzdem noch unsicher, ob es die lange Reise wert ist? Dann bleib gespannt. Ich werde die nächsten sechs Monate hier verbringen und noch ganz viele Insights, Guides und Geheimtipps liefern.