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Ich geb’s zu: Bevor ich das erste Mal auf einem SUP stand, war ich überzeugt, dass ich mich innerhalb von zehn Sekunden hinlegen würde. Bin ich nicht (ganz). Aber ich hab definitiv gelernt, dass die Wahl des Sees fast wichtiger ist als die Balance selbst. Und meine liebsten Spots sind gar nicht die grossen Klassiker, sondern die kleineren Seen, wo man nicht zwischen zehn Ausflugsschiffen und hundert anderen Boards paddelt. Hier sind meine Favoriten, plus wo du dir vor Ort ein Board schnappen kannst, falls du noch keins besitzt.

Die Seen

Pfäffikersee

Der kleine Bruder unter den Zürcher Seen, aber genau deswegen unterschätzt. Ideal für eine kurze Feierabendrunde oder als erste SUP-Erfahrung überhaupt, ohne dass man sich gleich auf einem Riesensee verliert. Der nordöstliche Teil ist Naturschutzgebiet, also bitte die markierten Zonen respektieren.

Board mieten: In der Badi Auslikon oder fünf Minuten zu Fuss ab Bahnhof in Pfäffikon ZH am See.

Türlersee

Liegt idyllisch im Säuliamt, umgeben von Wald und ist trotz Zürich-Nähe ein echter Geheimtipp. Mit rund 2,5 Kilometern Umfang schnell umrundet, ideal für eine ruhige, naturnahe Ausfahrt oder die ersten SUP-Versuche. Der See steht unter Naturschutz, also Schilfzonen meiden und Abstand zu den markierten Bereichen halten, die Zonen sind gut ausgeschildert.

Board mieten: Direkt beim Camping Türlersee

Hallwilersee

Zugegeben, mit rund 10 Quadratkilometern gehört er zu den grösseren Seen auf dieser Liste, aber touristisch bleibt er ein Aargauer Geheimtipp, weit weg vom Trubel der Innerschweizer und Zürcher Seen. Die Grösse hat sogar einen Vorteil: genug Platz und Stationen, dass du nicht ewig nach einem freien Board suchen musst. Gute Wahl, wenn du mal einen SUP-Tag ohne Grossstadt-Trubel willst, dafür mit etwas mehr Weite auf dem Wasser.

Board mieten: An den Strandbädern Seerose in Meisterschwanden und Tennwil, stundenweise bis zur Saisonmiete. In Aesch vermietet zusätzlich Sirisports die nötige Ausrüstung.

Ägerisee

Liegt etwas erhöht über der Stadt Zug und wird oft übersehen, weil alle direkt zum Zugersee weiterfahren. Zu Unrecht: türkisgrünes Wasser, überschaubare Grösse und Kiesstrände zum Zwischenstopp. Am rechten Ufer und bei den Campingplätzen findest du genug Rastplätze für eine Pause.

Board mieten: Beim Seebeizli Studenhüette

Sempachersee

Luzerner Landgebiet, historisch bekannt, touristisch aber deutlich ruhiger als die grossen Innerschweizer Seen. Die Umrundung ab Sempach, Eich, Schenkon oder Nottwil dauert gut vier Stunden, für alle mit weniger Zeit reicht auch die kurze Querung zwischen Eich und Nottwil.

Board mieten: Beim Caribbean Village in Nottwil

Greifensee

Auf der Ostseite herrscht herrlich ruhiges Wasser für den Einstieg, während die Westseite mit etwas mehr Wellengang eher für Fortgeschrittene geeignet ist. Rundherum viele Badestellen, wo du zwischendurch anlegen kannst. Wer sich noch nicht ganz sattelfest fühlt, findet vor Ort auch SUP-Kurse für Einsteiger*innen und sogar Kurse für das SUP-Erlebnis mit Hund.

Board mieten: Beim Strandbad Maur oder beim Campingplatz Rausenbach

Schwarzsee (FR)

Ein Bergsee auf 1’046 Metern in den Freiburger Voralpen, umgeben von Kaiseregg und Schafberg. Dank der Höhe angenehm frisch, auch wenn unten im Flachland schon alle stöhnen. Kleiner See, grosse Bergkulisse, wenig Betrieb unter der Woche.

Board mieten: Bei Side Cut Sports direkt am See, mit bedienter Station und zusätzlicher Self-Service-Station beim Holzsteg Gypsera für spontane Touren.

Lac de Joux

Der Ausreisser Richtung Westschweiz: ein Hochplateau-See im waadtländer Jura, auf rund 1’000 Metern und damit angenehm frisch, selbst wenn unten im Mittelland schon geschwitzt wird. Etwas grösser als die anderen Seen dieser Liste, dafür deutlich weniger Betrieb.

Board mieten: Bei Altitude 1004 am Strand Les Bioux in L’Abbaye oder bei Rocheray Water Sports beim Camping du Lac de Joux.

Sarnersee

Zentralschweizer Bergsee zwischen Luzern und dem Berner Oberland, umgeben von grünen Hängen statt Hochhäusern. Ruhiges Südwestufer für entspannte Runden, dazu jede Menge Alpenpanorama gratis dazu.

Board mieten: Direkt beim Camping International Giswil oder beim ⁠Seefeld Park Sarnen

Klöntalersee

Ein Stausee im Glarnerland, eingebettet in den Bergen, wie aus dem Bilderbuch. Besonders an Wochenenden etwas überlaufen, dafür mit einer der schönsten Bergkulissen der ganzen Liste. Wer mag, kombiniert die Tour mit einer kurzen Wanderung ums Ufer oder einer Abkühlung an einem der kleinen Badeplätze.

Board mieten: Beim Hotel & Restaurant Rhodannenberg oder beim Camping Güntlenau

Was du an Ausrüstung brauchst

Wenn du ein Board mietest, sollten Paddel, Leash und Schwimmweste mit dabei sein. Hast du eine eigene Ausrüstung, brauchst du natürlich ein Board mit einer Leash, ein verstellbares Paddel, eine Schwimmweste, einen Dry Bag, Sonnenschutz, eine Trinkflasche und eine wasserdichte Handyhülle. Wer öfter unterwegs ist, freut sich irgendwann über eine elektrische Luftpumpe, das manuelle Pumpen vor der Tour ist nämlich das eigentliche Workout.

Sicherheit geht immer vor

Auch auf ruhigen Seen kann sich das Wetter innerhalb von Minuten drehen. Aufziehende Wolken, plötzlicher Wind oder Strömungen bei Zuflüssen sind Gründe, früher umzudrehen als geplant. Je weiter du dich vom Ufer entfernst, desto wichtiger wird eine realistische Einschätzung deiner eigenen Kondition, nicht nur der Wetterlage.

Du bist lieber mit dem Böötli unterwegs als mit dem SUP? Dann lies hier unsere Lieblings-Böötli-Strecken.

Esther Sgaga

Meine ideale Vacation ist die Explorecation. Ich liebe es, individuell Orte zu entdecken, abseits der bekannten Pfade zu reisen und in faszinierende Kulturen einzutauchen. Für mycation nehme ich dich mit auf meine Abenteuer und zeige dir die Welt durch meine Augen.

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