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Wer bei Las Vegas nur an Casinos, Shows und Neonlichter denkt, verpasst einen der schönsten Roadtrips Nordamerikas. Denn nur wenige Stunden ausserhalb der Entertainment-Hauptstadt beginnt eine völlig andere Welt: rote Sandsteinfelsen, tiefe Canyons, endlose Wüstenstrassen und einige der spektakulärsten Naturlandschaften der USA.

Ich war schon einige Male in Las Vegas und habe diesen Roadtrip kürzlich selbst erlebt. Ich kann eines vorwegnehmen: Selten liegen zwei Welten so nah beieinander wie hier. Am Morgen noch zwischen den glitzernden Hotelpalästen am Las Vegas Strip unterwegs, steht man wenige Stunden später mitten in einer Landschaft, die aussieht wie aus einem Westernfilm. Das Beste daran: Die Route lässt sich problemlos individuell mit dem Mietwagen zurücklegen. Wir haben die Runde in nur sechs Tagen absolviert. Rückblickend würden wir allerdings mindestens neun bis zehn Tage empfehlen, damit genügend Zeit bleibt, die einzelnen Orte wirklich zu geniessen und in den Nationalparks weitere Wanderungen zu unternehmen.

Las Vegas: Der perfekte Einstieg

Für unseren Aufenthalt haben wir uns für das Paris Las Vegas entschieden. Das Hotel gehört zu den bekanntesten Häusern am Strip und ist dank seines markanten Eiffelturms kaum zu übersehen. Besonders überzeugt hat uns die Lage: Direkt gegenüber befinden sich die berühmten Bellagio Fountains, und sowohl der südliche als auch der nördliche Teil des Strips lassen sich bequem zu Fuss erkunden.

Las Vegas hat sich längst von der reinen Glücksspiel-Metropole zur Entertainment- und Gourmet-Destination entwickelt. Neben den klassischen Hotels und Shows lohnt sich insbesondere ein Besuch der AREA15. Das futuristische Unterhaltungsgelände beherbergt nicht nur den berühmten Omega Mart mit seinen surrealen Welten und geheimen Durchgängen, sondern zahlreiche immersive Erlebnisse.

Besonders beeindruckt hat uns die Virtual-Reality-Experience Interstellar Arc. Ausgerüstet mit einer VR-Brille begibt man sich auf eine rund einstündige Reise durchs Weltall. Die Mischung aus modernster Technologie, Storytelling und visuellen Effekten ist so gut gemacht, dass man schnell vergisst, noch immer mitten in Las Vegas zu sein.

Kulinarisch empfehlen wir zum Dinner Ramsay’s Kitchen im Harrah’s Las Vegas. Das Restaurant von Starkoch Gordon Ramsay bietet eine offene Küche, in der man den Köchen direkt bei der Arbeit zuschauen kann. Besonders Fleischliebhaber kommen hier auf ihre Kosten – das perfekt zubereitete Steak gehörte zu den kulinarischen Höhepunkten unserer Reise.

Am Abend stand mit Mystère by Cirque du Soleil im Treasure Island eine der legendärsten Shows von Las Vegas auf dem Programm. Obwohl die Produktion bereits seit über 30 Jahren läuft, wirkt sie keineswegs veraltet. Die Mischung aus Akrobatik, Humor, Musik und spektakulären Bühnenbildern sorgt noch heute für offene Münder und staunende Gesichter.

Etappe 1: Las Vegas nach Springdale (Zion National Park)

Fahrzeit: ca. 3 Stunden
Distanz: ca. 260 Kilometer

Kaum verlässt man Las Vegas, verändert sich die Landschaft schlagartig. Die Mojave-Wüste zieht vorbei, bevor die ersten roten Felsen Utahs am Horizont auftauchen. Springdale liegt direkt am Eingang des Zion National Parks und gehört zu den schönsten Nationalpark-Orten der USA. Restaurants, kleine Shops und gemütliche Hotels schmiegen sich zwischen die gewaltigen Felswände.

Ein perfekter Einstieg in den Nationalpark ist eine E-Bike-Tour. Innerhalb von weniger als einer Stunde erreicht man den hintersten Teil des Canyons. Während einem der warme Fahrtwind um die Nase weht, ragen links und rechts die gigantischen Sandsteinwände in den Himmel. So erhält man bereits am ersten Tag einen hervorragenden Überblick über die Dimensionen des Parks.

Mit dem E-Bike den Zion entdecken

Für den Besuch des Zion National Parks benötigt man einen Parkeintritt. Wer mehrere Nationalparks besuchen möchte, sollte sich unbedingt den America the Beautiful Pass kaufen. Der Jahrespass kostet zwar stolze 250 Dollar für vier Personen, gewährt jedoch Zugang zu sämtlichen amerikanischen Nationalparks und lohnt sich bereits nach zwei Parkbesuchen.

Sternenhimmel wie aus dem Bilderbuch

Eines der überraschendsten Highlights der Reise war die Stargazing Zion Tour. Fernab jeglicher Lichtverschmutzung liegt man dabei gemütlich auf Kissen und Decken unter dem Sternenhimmel Utahs. Während Tausende Sterne funkeln, erklärt ein Astronom die Sternbilder, die Milchstrasse und die Planeten am Nachthimmel. Selbst für Menschen ohne astronomische Vorkenntnisse wird dieser Abend schnell zu einem unvergesslichen Erlebnis. Selten haben wir einen derart klaren Nachthimmel wie hier gesehen.

Die Narrows: Wandern mitten durch den Fluss

Der bekannteste Ausflug im Zion National Park führt in die berühmten Narrows im hintersten Teil des Parks. Bevor es losgeht, sollte man sich in Springdale die passende Ausrüstung mieten: wasserdichte Wanderschuhe und einen Wanderstock, der beim Gehen durch den Fluss unverzichtbar ist. Anschliessend geht es hinein in die spektakuläre Schlucht. Wir sind rund eineinhalb Stunden flussaufwärts gelaufen und danach wieder zurück. Die Kombination aus kaltem Wasser, engen Felswänden und den gewaltigen Dimensionen der Schlucht macht dieses Erlebnis einzigartig.

The Narrows sind ein Höhepunkt des Zion

Etappe 2: Zion National Park zum Grand Canyon

Fahrzeit: ca. 5–6 Stunden
Distanz: ca. 420 Kilometer

Die Strecke nach Arizona gehört zu den schönsten Roadtrip-Etappen im amerikanischen Südwesten.Ein Pflichtstopp unterwegs ist der Horseshoe Bend bei Page. Vom grossen Besucherparkplatz führt ein rund 15-minütiger Spaziergang zum Aussichtspunkt. Erst dort eröffnet sich der spektakuläre Blick auf die berühmte Flussschleife und den wohl bekanntesten Instagram-Hotspot des Colorado River. Gerade zum Sonnenuntergang herrscht hier Hochbetrieb. Wer fotografieren möchte, sollte vorsichtig sein und genügend Abstand zur Klippenkante halten.

mycation Contributor Ferris am Horseshoe Bend

Grand Canyon: Grösser als jede Vorstellung

Es gibt Orte, die man schon tausendmal auf Bildern gesehen hat. Und trotzdem verschlägt es einem den Atem, wenn man sie zum ersten Mal mit eigenen Augen sieht. Der Grand Canyon gehört definitiv dazu. Wenn die Sonne langsam hinter den Felsen verschwindet und die Schlucht in Rot-, Orange- und Goldtöne taucht, versteht man schnell, weshalb der Grand Canyon zu den grössten Naturwundern der Erde zählt.

Besonders empfehlen können wir die Pink Jeep Desert View Sunset Tour. Die rund zweieinhalbstündige Tour startet beim IMAX Visitor Center in Tusayan. Unser Tipp: Zuerst den eindrucksvollen Film “Grand Canyon: Rivers of Time” anschauen und anschliessend gegen 17.30 Uhr die Tour starten. Die Guides bringen ihre Gäste zu einigen der schönsten Aussichtspunkte entlang des South Rim und erzählen unterwegs spannende Geschichten über die Entstehung des Canyons, die Tierwelt und die Geologie.

Route 66: Nostalgie pur

Auf dem Rückweg Richtung Las Vegas lohnt es sich, genügend Zeit für die legendäre Route 66 einzuplanen. Besonders gut gefallen hat uns Williams, das oft als eines der charmantesten Route-66-Städtchen Arizonas bezeichnet wird. Die historische Hauptstrasse wirkt wie eine Zeitreise in die 1950er-Jahre.

Ein absolutes Muss ist Delgadillo’s Snow Cap in Seligman. Das schräge Kultrestaurant wurde 1953 eröffnet und gilt bis heute als eine der bekanntesten Institutionen entlang der Route 66. Burger, Milkshakes, verrückte Dekorationen und jede Menge Humor sorgen für authentisches Roadtrip-Feeling.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Route 66 Powerhouse Museum in Kingman. Die moderne Ausstellung erzählt die Geschichte der legendären Strasse und zeigt eindrücklich, welchen Einfluss sie auf den amerikanischen Westen hatte. Nach all den Naturwundern bildet dieser Stopp einen perfekten Abschluss der Reise.

Zurück nach Las Vegas

Nach mehreren Tagen voller Natur, Weite und Freiheit wirkt die Rückkehr nach Las Vegas fast surreal. Plötzlich dominieren wieder Luxushotels, riesige LED-Bildschirme und blinkende Reklamen das Stadtbild. Genau diese Kontraste machen diesen Roadtrip so besonders. Innerhalb weniger Stunden reist man von einer der spektakulärsten Naturlandschaften der Welt zurück in die Unterhaltungshauptstadt der Welt.

Krasser Kontrast: Alle Stunden wechselt das Licht am Strip

Übrigens, kaum hatten wir den Mietwagen zurückgegeben, sassen wir auch schon wieder im Edelweiss-Flieger Richtung Zürich. Zurück blieben rote Felsen, endlose Highways und die Erkenntnis, dass sechs Tage für diesen Roadtrip eigentlich viel zu kurz sind. Wenn du nur einen einzigen Roadtrip im amerikanischen Südwesten machen kannst, dann diesen. Die Kombination aus Las Vegas, Zion National Park, Horseshoe Bend, Grand Canyon und Route 66 vereint alles, was einen perfekten USA-Roadtrip ausmacht: spektakuläre Natur, legendäre Strassen, grosse Freiheit und Erinnerungen, die noch lange nach der Rückkehr bleiben.

Bildcredits: Loren Bedeli | Edelweiss

Diese Reise entstand auf Einladung von Edelweiss, Brand USA, Visit Las Vegas, Visit Utah und Tusayan Town.

Ferris Bühler

Meine ideale Vacation ist die Daycation. Als Summit Seeker liebe ich es, in kürzester Zeit tief in die Natur einzutauchen und die kleinen, verborgenen Schätze abseits der Menschenmassen zu entdecken. Ich glaube daran, dass ein freier Tag genug ist, um neue Inspiration zu tanken. Für mycation nehme ich dich mit auf Daycations, die sich anfühlen wie ein ganzes Abenteuer – nah, authentisch und immer mit dem Blick für das Wesentliche.

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