Ich habe eine kleine Schwäche: Sobald irgendwo ein Ort auftaucht, an dem ich noch nie war, fängt mein Kopf sofort an, einen Ausflug zu planen. Realistisch? Nicht immer. Spontan? Meistens. Und wenn dann noch Sommer ist, bin ich sowieso verloren. Zum Glück habe ich Freundinnen, die bei solchen Ideen nicht zuerst die Wetter App, den SBB-Fahrplan und drei Excel-Tabellen öffnen. Als ich Emel und Janina fragte, ob sie Lust auf einen Sommertag in Genf hätten, kam ziemlich schnell: “Ja, safe.” That’s the kind of people I like.

Ich gebe es zu: Wenn ich bisher an Genf gedacht habe, kamen mir zuerst Dinge in den Sinn wie UNO, Banken, Diplomatie und Menschen, die vermutlich sogar zum Brunch einen Blazer tragen. Also eher: Seriös und international, aber nicht unbedingt “spontaner Sommertag am Wasser und Côte-d’Azur-Gefühl mitten in der Schweiz”. Und dann stand ich an der Uferpromande in Genf und dachte mir: Okay, wow. Das ist ganz nach meinem Geschmack: französisches Flair und italienische Vibes. let’s explore!
Kleiner Insider Tipp:
Mit dem Geneva City Pass sind über 60 Aktivitäten kostenlos oder vergünstigt dabei. Zum Beispiel Museen, Stadtführungen, Bootsfahrten auf dem See und auch die Seilbahn auf den Mont Salève. Man kann ihn für 24, 48 oder 72 Stunden lösen und entweder vorab online buchen oder vor Ort organisieren.
Erster Stopp: Der Sommertreffpunkt in Genf



Unser Ausflug startet bei La Jonction. Auf der einen Seite fliesst die Rhône in einem fast schon unverschämt schönen Türkisblau. Auf der anderen Seite kommt die Arve milchig-grau daher. So standen wir dann also wie drei selbsternannte Geografie-Expertinnen am Geländer und diskutierten, warum die beiden Gewässer verschiedene Farben haben. Beide Flüsse sind Süsswasser. Die Arve bringt einfach Gletscherwasser und Sedimente mit, weshalb sie aussieht, als hätte jemand Hafermilch in den Fluss gekippt. Wieder etwas gelernt.
La Jonction liegt übrigens mitten in der Stadt. Man steht da auf dem Steg, rundherum grün, Felswände, Boote und Menschen am Picknicken. Das wäre eigentlich der perfekte Spot, um unsere erste Snackpause einzulegen, aber wir hatten noch ein bisschen was vor. Also wer Ruhe, Natur und Wasser verbinden möchte, dann geniesst hier auf jeden Fall ein paar Stunden. Wer aber lieber nach feinen regionalen Leckereien aus ist, dann auf nach Carouge.
Ein Markt wie in Italien – mit französischem Charme
Unser nächster Stopp war Carouge, genauer gesagt der Markt am Place du Marché. Dieser findet jeweils mittwochs statt und ist genau so, wie man sich einen schönen Markt wünscht: Es gibt frische Blumen, Früchte, Gemüse, Käse, hausgemachte Spezialitäten, frische Pasta, Quiche, Cannelloni und noch viel mehr.

Janina war irgendwo bei den Blumen verschwunden, Emel hatte bereits den nächsten Foodstand entdeckt und ich versuchte, mich zwischen “nur kurz probieren” und “ich kaufe jetzt ein ganzes Picknick” zu entscheiden. Schwierig.



Carouge hat diesen ganz eigenen Charme. Die Häuser wirken italienisch angehaucht, es gibt kleine Boutiquen, Cafés, Restaurants, viele Bäume und überall Menschen, die draussen ihren Kaffee oder eine Quiche geniessen. Dann hört mal um die Ecke wieder mal ein freundliches Bonjour und da mal wieder ein nettes Au revoir – ganz nach meinem Geschmack. Hier fühlt es sich plötzlich mehr nach Frankreich an als nach Schweiz. Dieses Viertel ist perfekt für alle, die gerne schlendern, vom Alltag ein bisschen entschleunigen möchten, dann essen, einen Kaffee trinken, dann wieder essen wollen. Für einen Trip mit Freundinnen sowieso perfekt. Für Paare sehr cute. Für Familien easy, weil es lebendig ist, aber nicht stressig. Und für alle, die auf einem Städtetrip vor allem gutes Essen suchen: Bitte direkt hierhin.

Ab auf den Genfersee
Falls du jetzt denkst: “Schön, aber ich laufe im Sommer nicht freiwillig 20’000 Schritte”, gibt es in Genf sogar rote Hop-on-Hop-off-Busse. Fand ich irgendwie witzig, weil ich das eher aus London, Paris oder Barcelona kenne, aber eben: Genf spielt international mit. Unser nächster Programmpunkt war dann auch bequem erreichbar: Eine Bootsrundfahrt auf dem Genfersee. Spätestens jetzt war ich voll im Ferienmodus. Die Uferpromenade ist einfach wunderschön. Grosse Bäume, elegante Hotels, Boote auf dem See, Berge im Hintergrund und mittendrin der Jet d’Eau, diese riesige Wasserfontäne, die so selbstbewusst in den Himmel schiesst, als wolle sie sagen: Ja, ich bin das Wahrzeichen. Bitte fotografieren.

Ein ziemlich praktischer Begleiter an diesem Tag:
Für Menschen wie mich, die gerne spontan entscheiden, aber gleichzeitig gerne das Gefühl haben, clever unterwegs zu sein: Der Geneva City Pass. Hol ihn dir vorab online oder vor Ort! Und falls du Team Schoggi bist: Es gibt auch einen Choco Pass. Damit kann man verschiedene Chocolaterien entdecken und kleine Spezialitäten probieren oder mitnehmen.
Die Cruise dauerte rund eine Stunde und war für mich einer der schönsten Momente des Tages. Wir sassen auf dem Boot, der Wind kam vom See, die Stadt wurde kleiner, der Jet d’Eau blieb im Blick und rundherum tauchten immer wieder Berge, Villen, Uferpromenaden und kleine Postkartenmomente auf. Genau hier dachte ich zum ersten Mal: Für einen Tagesausflug ist Genf schon cool. Aber mit einer Übernachtung direkt am See? Noch besser. Morgens Kaffee an der Promenade, tagsüber Stadt, Wasser und abends irgendwo draussen sitzen mit einem Glas Wein und dem gekauften Käse vom Markt.



Zwei Welten auf dem Mont Salève

Nach See und Markt kommt der nächste Plottwist: Der Mont Salève. Dieser liegt zwar in Frankreich, wird aber als Hausberg von Genf bezeichnet. Mit der Seilbahn ist man in etwa fünf Minuten oben. Oben wartet dann eine tolle Aussicht auf Genf, den Genfersee und dem Juragebirge. Es gibt eine grosse Terrasse, ein Café, eine 360-Grad-Rooftop-Terrasse, Wanderwege und sogar eine Kletterwand.
Der Mont Salève ist ideal für alle, die beim Städtetrip auch Natur wollen. Für Familien ist die Seilbahn ein Highlight, für Paare ist die Aussicht ein ziemlich guter Romantik-Move, und für Freundesgruppen ist es der perfekte Ort für Fotos, bei denen alle anderen neidisch werden. Kleiner Hinweis: Oben ist man auf französischer Seite, also nicht wundern, wenn die Preise plötzlich in Euro angeschrieben sind. Genf bleibt eben konsequent bei seinem Motto: So Swiss. So not.



Für wen lohnt sich ein Ausflug nach Genf?
Falls du dich jetzt fragst, was du in Genf zuerst machen sollst: Kommt ganz darauf an, welcher Reisetyp du bist. Für Familien würde ich La Jonction, die Bootsfahrt, den Hop-on-Hop-off-Bus und den Mont Salève empfehlen. Oben gibt es sogar eine Kletterwand, also perfekt für Kids, die noch Energie rauslassen müssen. Für Paare würde ich ganz klar sagen: Bleibt über Nacht. Sucht euch ein schönes Hotel an oder nahe der Uferpromenade, geht am Abend am See entlang, schaut dem Jet d’Eau zu und macht am nächsten Tag auf der Rückreise noch einen Ausflug in die Weinberge oder Montreux. Für Freund:innen ist Genf sowieso ideal. Markt, See, Boot, Schokolade, Aussicht, schöne Gassen, gute Gespräche und genug Fotospots für die nächsten drei Instagram-Monate.
Und falls du einfach gerne neue Orte entdeckst, ohne gleich weit wegzufliegen: Genf ist genau so ein Ort, den man viel zu schnell unterschätzt. Genf ist elegant, lebendig, charmant, grün, sonnig, überraschend entspannt und stellenweise so mediterran, dass man kurz vergisst, dass man mit dem Zug angereist ist und nicht mit einem alten Fiat der Küste entlang. Also falls du Genf bisher nur als “Business-Stadt” abgespeichert hast: Es ist ein Update verfügbar. Genf ist Sommerferienfeeling pur. Und genau darum können wir es dir wärmstens empfehlen.
Dieser Artikel entstand in Partnerschaft mit Genf Tourismus.




