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Wer an die Dominikanische Republik denkt, denkt oft an All-inclusive-Resorts und Sandstrände wie aus dem Reisekatalog. Doch das karibische Land hat weit mehr zu bieten als das bekannte Badeferienziel Punta Cana. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, entdeckt beeindruckende Berglandschaften, ursprüngliche Dörfer und eine bemerkenswerte Vielfalt an Klimazonen. Ich habe die Insel inzwischen viermal mit dem Auto bereist, meist abseits der klassischen Touristenrouten. Dieser Guide versammelt jene Orte, an die ich immer wieder zurückkehren würde.

Das hier ist mycation Contributor Linda …

Am besten startest du deinen Roadtrip in Santo Domingo, Santiago oder Puerto Plata, je nachdem, wo du mit dem Flugzeug ankommst. Für die Reise solltest du mindestens zwei bis drei Wochen einplanen. Übernachten kannst du in kleinen Hotels oder Ferienwohnungen. Die meisten unserer Unterkünfte haben wir über Airbnb gefunden, vielerorts lassen sich aber auch über Google Maps schöne und günstige Unterkünfte entdecken. Ein Mietwagen ist fast unverzichtbar, denn viele der Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar. Die Fahrzeiten sollte man allerdings nicht unterschätzen. Die Distanzen wirken auf der Karte oft kurz, doch viele Strecken führen über kurvige Bergstrassen und Abschnitte, die nicht durchgehend gut geteert sind. Gerade deshalb lohnt es sich, genügend Zeit einzuplanen, auch für unvorhergesehene Foto-Stopps.

… Sie zeigt dir ihre Highlights für deinen Roadtrip durch die Dominikanische Republik

Eine Fahrt entlang der Nordküste

Meine letzte Reise durch die Dominikanische Republik begann in Puerto Plata. Die Stadt gehört zu den beliebtesten Reisezielen des Landes und kann je nach Saison ziemlich touristisch sein, insbesondere wenn die grossen Kreuzfahrtschiffe im Hafen anlegen. Trotzdem lohnt es sich, je nach dem wo du ankommst, dich ein bis zwei Tage anzuklimatisieren, bevor der eigentliche Roadtrip beginnt.

Besonders das historische Zentrum von Puerto Plata mit seinen farbenfrohen Häusern, Cafés und Restaurants lädt dazu ein, durch die Strassen zu schlendern. Zu meinen Favoriten gehören das Finely Saludable mit seiner weitreichenden Aussicht über die Stadt und das Meer sowie das Café de la Abuela mitten im historischen Zentrum. Ebenfalls lohnenswert ist ein Ausflug auf den Stadtberg Isabel de Torres und den gleichnamigen Nationalpark. Vom Berg aus bietet sich ein spektakulärer Blick über Puerto Plata und das Meer. Fast noch schöner ist jedoch der Weg dorthin: Die Strasse führt vorbei an kleinen Bauernhöfen und Obstständen. Wer sich Zeit nimmt und mit den Menschen ins Gespräch kommt, wird nicht selten mit frischen Früchten beschenkt. Bei meinem letzten Besuch waren es Sternfrüchte, Guaven, Mangos, Wasseräpfel und sogar frisch geöffnete Kakaofrüchte.

Eine meiner Lieblingsrouten führt von Puerto Plata entlang der Nordküste Richtung Westen. Besonders lohnenswert sind folgende Stopps:

La Isabela: 1494 von Christoph Kolumbus entdeckt gilt La Isabela als erste europäische Siedlung Amerikas. Im Parque Historico La Isabela geben Ruinen und andere historische Überreste einen Einblick in die Anfänge der Kolonialisierung der Karibik. Danach empfiehlt sich eine Abkühlung am Strand Playa Castillo.

Punta Rucia und Playa La Ensenada: Türkisblaues Wasser, Fischerboote im Sand und eine entspannte Atmosphäre machen Punta Rucia zu einem meiner Lieblingsorte an der Nordküste. Nur wenige Minuten entfernt liegt die Playa La Ensenada, ein weitläufiger Sandstrand mit kristallklarem Wasser.

San Fernando de Monte Cristi: Rund um den markanten Felsen El Morro prägt eine felsige Steilküste das Bild. Besonders lohnenswert ist die Wanderung auf den Gipfel, von wo aus sich ein beeindruckender Blick über die Küste und das Meer eröffnet.

Wer von Puerto Plata aus Richtung Osten Richtung Halbinsel Samaná fährt, erlebt einen ganz anderen Charakter der Insel. Die Landschaft wird zunehmend grüner, dichter Regenwald und unzählige Palmen reichen bis ans Meer. Zwar ist Samaná längst kein Geheimtipp mehr, dennoch zählt die Region für mich zu den besuchenswertesten der Dominikanischen Republik. An diese drei Strände würde ich immer wieder zurückkehren:

Playa Rincón: Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch dichten Dschungel erreicht man einen Strand, der schöner kaum sein könnte. Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und eine üppig grüne Kulisse machen den Playa Rincón zu meinem absoluten Lieblingsstrand der Dominikanischen Republik. Mit etwas Glück lassen sich in der Umgebung sogar Meeresschildkröten beobachten.

Playa El Valle: Eingebettet zwischen Regenwald, Palmen und hohen Klippen wirkt dieser Strand wie die Kulisse eines Abenteuerfilms. Empfehlenswert ist auch die Unterkunft El Valle Lodge, die nur fünf Gehminuten vom Strand entfernt liegt.

Playa Frontón: Mit seinem türkisfarbenen Wasser ist der Playa Frontón entweder per Boot ab Las Galeras oder über eine rund anderthalbstündige Wanderung erreichbar. Der Weg führt durch dichten Dschungel und eröffnet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Steilküste.

Als Ausgangspunkt für die Erkundung der Halbinsel empfiehlt sich Las Galeras. Der entspannte Küstenort bietet eine gute Auswahl an Restaurants, Cafés und im Vergleich zu anderen Orten auf Samaná geht es hier deutlich ruhiger zu.

Wandern im Herzen der Insel

Wer der tropischen Temperaturen für einige Tage entfliehen möchte, fährt ins Landesinnere. Rund um Constanza, die höchstgelegene Stadt der Dominikanischen Republik, prägen Pinienwälder, Gemüsefelder und grüne Berglandschaften das Bild. Man vergisst beinahe, dass man sich noch immer in der Karibik befindet. Constanza ist der ideale Ausgangspunkt, um die Bergwelt der Cordillera Central zu erkunden. Rund um die Stadt führen zahlreiche Wanderwege zu Wasserfällen und atemberaubenden Aussichtspunkten.

Wer über eine gute Kondition verfügt, sollte eine Besteigung des Pico Duarte in Betracht ziehen. Mit 3098 Metern ist er der höchste Berg der Karibik. Die mehrtägige Trekkingtour führt durch die abwechslungsreiche Berglandschaft der Cordillera Central und belohnt mit spektakulären Ausblicken. Als Tagestour empfiehlt sich der etwa 9km lange Wanderweg zum Wasserfall Aguas Blancas.

Wer noch tiefer in das weniger bekannte Landesinnere eintauchen möchte, sollte das kleine Dorf Los Cacaos oder das Tal von Neyba in Richtung San Juan besuchen. Im Gegensatz zu Constanza verirren sich noch weniger Reisende in diese Regionen. Zahlreiche Wanderwege, natürliche Badepools und versteckte Flusstäler bieten genügend Abwechslung, um mehrere Tage hier zu verbringen. Ich kann dir etwa dieses Airbnb in Los Cacaos oder diese Unterkunft im Tal von Neyba empfehlen.

Von Los Cacaos aus bietet sich zudem ein Ausflug nach Santo Domingo an. Wer mehr über die Geschichte der Insel erfahren möchte, sollte das Museo de las Casas Reales besuchen, das die spanische Kolonialzeit beleuchtet. Anschliessend lohnt sich ein Bummel durch die Zona Colonial, wo sich historische Gebäude, kleine Cafés und lebhafte Plätze aneinanderreihen. Für alle, die nach mehreren Tagen mit traditionellen Fleischgerichten eine kulinarische Abwechslung suchen, ist das TIME Vegetarian Kitchen eine ausgezeichnete Adresse. Besonders sehenswert ist ausserdem der Parque Los Tres Ojos, ein Höhlensystem mit mehreren türkisfarbenen Süsswasserseen, das sich mitten in der Stadt befindet.

Das Beste zum Schluss

Von Santo Domingo aus lohnt es sich, der Südküste Richtung Westen zu folgen. In der trockeneren Südregion liegen einige meiner Lieblingsorte der Dominikanischen Republik. Ein erster Stopp bietet sich bei den Sanddünen von Baní an. Die kleine Wüstenlandschaft lässt sich am besten frühmorgens erkunden, bevor die Hitze des Tages einsetzt. Zwischen den Dünen leben Leguane, die zwar angsteinflössend wirken können, aber harmlos sind.

Weiter westlich wartet mit dem Lago Enriquillo ein Ort der Superlative: Er ist der grösste Salzsee der Antillen und zugleich der tiefste Punkt der Karibik. Bei einer Bootstour lassen sich Spitzkrokodile und Flamingos aus nächster Nähe beobachten. Von dort führt die Route weiter nach Paraíso und ins Dorf Los Patos, wo ein glasklarer Fluss direkt ins Karibische Meer mündet. Entlang des Ufers gibt es mehrere Restaurants, in denen frischer Fisch serviert wird. Vor allem an Wochenenden treffen sich hier viele Einheimische zum Baden, Essen, Musikhören und Zusammensein.

Wer der Küstenstrasse noch weiter nach Westen folgt, erreicht schliesslich Pedernales an der haitianischen Grenze. Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt, um den Jaragua-Nationalpark und die Bahía de las Águilas zu erkunden. Die abgelegene Bucht zählt für mich zu den schönsten Orten der Dominikanischen Republik: glasklares Wasser, kilometerlanger Sandstrand und weitgehend unberührte Natur. Spätestens hier sollte klar sein, dass die Dominikanische Republik weit mehr ist als die Hotelanlagen von Punta Cana.

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