Ich finde, Wochenendtrips sind komplett unterschätzt. Man muss nicht immer gleich zwei Wochen Ferien nehmen, manchmal reicht auch: Freitag früher los, Sonntag spät zurück, Handgepäck, Sonnenbrille und dieses kleine Gefühl von: «Okay, ich bin dann mal kurz weg.» Ich liebe solche Trips. Vor allem, weil sie sich oft viel grösser anfühlen, als sie eigentlich sind. Man ist nur zwei Nächte weg, kommt aber zurück, als hätte man kurz ein anderes Leben ausprobiert. Für diesen Artikel habe ich mich deshalb in unserer Redaktion umgehört: Wohin würden wir reisen, wenn wir nur von Freitag bis Sonntag Zeit hätten? Und natürlich habe ich auch direkt meinen eigenen Favoriten genannt.



Mein Tipp:
Mallorca: Die Insel, die mich immer wieder kriegt
Ich weiss, Mallorca ist längst kein Geheimtipp mehr. Aber ganz ehrlich? Muss es auch gar nicht sein. Für mich ist Mallorca einfach mein Happy Place. Diese Insel schafft es jedes Mal, dass ich nach fünf Minuten denke: «Ja gut… ich könnte eigentlich auch einfach hierbleiben.» Wenn ich nur von Freitag bis Sonntag Zeit hätte, würde ich den frühesten Flug nehmen und den spätesten zurück. Das ist für mich die goldene Regel bei Kurztrips.


Für einen Weekendtrip würde ich Palma als Base wählen, die Tasche ins Hotel werfen und einfach loslaufen. Ohne grossen Plan. Irgendwo einen Café con Leche trinken, durch die kleinen Gassen schlendern, spontan Tapas bestellen und den Abend auf einer Rooftop-Bar ausklingen lassen. Das sind am Ende sowieso immer die Momente, die einem am meisten bleiben. Aber Mallorca kann eben auch ganz ruhig. Ein Picknick am Strand, ein Aperitif am Wasser oder einfach das Meer anschauen und sich jedes Mal wieder fragen, warum es in echt noch türkiser aussieht als auf Instagram.
Mein Tipp: Nicht versuchen, die ganze Insel in 48 Stunden zu sehen. Lieber weniger vornehmen und dafür das Gefühl haben, wirklich kurz weg gewesen zu sein.
Mein zweiter Tipp:
Paris: Weil ein Croissant manchmal Grund genug ist

Paris hat mich wirklich komplett erwischt. Das Praktische: Von Zürich aus sitzt man im TGV und ist in rund vier Stunden in Paris. Und ich finde, Zugreisen haben für Kurztrips sowieso etwas sehr Angenehmes. Kein Flughafenstress, keine Flüssigkeitsdiskussion, kein «Bitte Schuhe ausziehen». Einfach einsteigen, aus dem Fenster schauen und irgendwann aussteigen, als wäre man kurz in einen Film gefallen. Ich liebe die kleinen Cafés, die schönen Altbauten und dieses Gefühl, dass hinter jeder Ecke wieder etwas Hübsches wartet.
Kleiner Insider Tipp:
Einer meiner schönsten Momente war an meinem Geburtstag im Café de l’Homme. Direkter Blick auf den Eiffelturm. Er glitzerte. Meine Augen wahrscheinlich noch viel mehr, weil ich das davor noch nie live gesehen habe. Und dann noch so nah vor mir, ohne Leute! Ich glaube bei dem Moment war es komplett um mich geschehen: Paris, je t’aime. Ich hatte einen Drink in der Hand, der DJ spielte «Voilà» und ich war in diesem Moment einfach nur happy.
Abends würde ich irgendwo in einer kleinen romantischen Strasse essen gehen. Am liebsten in einem kleinen Restaurant mit französischer Musik und Tischen, die so eng stehen, dass man fast beim Nachbarn vom Coq au Vin mitessen könnte. Und dann erzählt man sich, was man den ganzen Tag erlebt hat und irgendwie haben einfach alle dieses Paris-Glitzern in den Augen.
Mein Paris-Tipp fürs Wochenende: Schlendert durch Saint-Germain, Le Marais oder am Canal Saint-Martin entlang, setzt euch in ein Café oder holt euch ein Baguette für den Park. Und passt auf, dass ihr euch damit nicht gegenseitig erschlagt, aber die Dinger gehören in Paris gefühlt einfach dazu.
Noch mehr Kurztripp-Ideen aus der Redaktion
Als ich in der Redaktion gefragt habe, wohin alle für ein Wochenende verschwinden würden, kamen direkt noch ein paar Ideen zusammen. Und genau das liebe ich an solchen Tipps: Man merkt sofort, wer welchen Reisestil hat.
Esther meinte zum Beispiel sofort: San Marino. Und ich finde, das ist so ein Ziel, das man viel zu selten auf dem Zettel hat. Kleine Altstadt, enge Gassen, Aussicht, Festungen oben auf dem Berg – also genau diese Art Ort, der aussieht wie eine Postkarte. Das Coole: Man kann San Marino easy mit Rimini verbinden. Erst ein bisschen Altstadt und Aussicht, danach runter ans Meer. Kultur am Morgen, Strand am Nachmittag, Pasta am Abend. Sehr solides Wochenende, würde ich sagen.
Emel würde nach Athen. Und ganz ehrlich: Verstehe ich sofort. In wenigen Tagen kann man dort richtig viel sehen, ohne dass es sich nach Pflichtprogramm anfühlt. Akropolis, Plaka, kleine Gassen, moderne Cafés, Rooftop-Bars mit Blick auf die Stadt und natürlich Essen. Sehr viel Essen. Dann steht plötzlich der ganze Tisch voll mit Feta, Saganaki, Pita und allem, was gut aussieht. Athen ist perfekt, wenn du Geschichte willst, aber nicht auf gute Restaurants, warme Abende und ein bisschen Grossstadtleben verzichten möchtest.
Jannina würde nach Sanremo. Innerhalb von ein paar Stunden am Meer, italienische Riviera, Palmen, Promenade, Altstadt und dieses leichte Monte-Carlo-Gefühl, einfach mit besserer Pasta. Ich finde, das klingt ziemlich überzeugend. Man schlendert durch La Pigna, holt sich irgendwo Focaccia, sitzt später mit einem Drink am Wasser und schaut dem Sonnenuntergang zu. Mehr muss ein Wochenende manchmal wirklich nicht leisten.
Und Jenny? Die würde nach Stockholm. Passt irgendwie perfekt. Stockholm fühlt sich nicht so riesig und hektisch an wie andere Grossstädte. Viel Wasser, viel Natur, schöne Viertel, Cafés, Shopping und überall Menschen, die aussehen, als hätten sie morgens einfach aus Versehen ein perfektes Outfit angezogen. Unfair, aber inspirierend. Im Sommer sind die Tage lang, im Winter machen die Skandinavier selbst Dunkelheit gemütlich. Jenny meinte vor allem: Perfekt zum Bummeln, Shoppen und für entspannte City-Vibes. Also ein Kurztrip für alle, die Städte lieben, aber zwischendurch trotzdem Wasser, Natur und gute Zimtschnecken brauchen.




Und was ist nun der perfekte Kurztrip?
Wir sind uns in der Redaktion nicht einig. Die eine will ans Meer, die andere in eine Rooftop-Bar, jemand sucht Altstadtgassen und irgendwer denkt natürlich schon wieder ans Essen. Aber genau das macht Kurztrips ja so gut: Es gibt nicht die eine richtige Idee. Nur die Frage: Worauf hast du gerade Lust? Und falls du mich fragst, habe ich meine Antwort schon. Ich schaue nur noch schnell nach den nächsten Flügen.



